Was macht der RD mit kont. Patienten?

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    • Was macht der RD mit kont. Patienten?

      Also der betscho mit seiner Schadstoffübung hat mich auf was gebracht:

      Was macht der RD mit kontaminierten Patienten?

      Nehmen wir bestchos Beispiel mit Allylchlorid, einer giftigen Substanz. Der Patient ist angenommen voll damit, die Kleidung damit getränkt, wo möglich noch Frakturen nach Arbeitsunfall (soll ja vorkommen).

      Wie geht der RD da vor? Gibst da spezielle Fahrzeuge, Schutzanzüge, wird das in der Ausbildung besprochen?

      Ich habe so was noch nie erlebt und kann auch daruf verzichten aber interessieren würde es mich schon!
      Gezeichnet: der Oberstrahlrohrinspketor (OSRI) s.e.
      staatlich geprüfte Nervensäge für das Feuerwehr- und Zivilschutzwesen und überhaupt für alles!
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    • Primär behelfsmäßige Dekontamination, also entkleiden und abspülen der unverletzten Körperstellen. Bei Verletzungen abspülen mit sterilem Spülmittel (Wasser aus Amputat- oder Augenset, Wasser aus Carbomix-set, wenn nicht ausreichend, dann Ringer-Lösung, davon sind 5 Liter am RTW oder NAW).

      Med. Stabilisierung des Patienten evt. unter Atem/Körperschutz für Notarzt bzw. Sani (von FW), Rücksprache mit Feuerwehr, ob die Behelfsdekontamination den Patienten transportierbar macht oder ob der Patient z.B. weiter schädliche Dämpfe ausdampft, ist natürlich stoffabhängig.

      Ermittlung eines Krankenhauses, das für dieses Verletzungsmuster geeignet ist und Organisation des Transportes, wenn der Pat. transportierbar ist.

      Sollte der Patient weiter Kontamination abgeben, also mit einem Standard-Rettungsmittel nicht tranportierbar sein, da sonst Gefahr für Arzt und Sanis besteht, muss ein Sondertranportmittel organisiert werden. Möglichkeiten wären z.B. Intensivbettentranporter (mit abgetrenntem Fahrerteil) mit Schutzanzügen für Arzt und Sanis, oder Aktivierung das Bundesheeres (ABCAbw-Schule), die über entsprechende Schutzanzüge und Transportmöglichkeiten verfügt.

      Es gibt hier kein wirkliches Kochrezept, sondern man muss je nach Stoff und dessen Gefahren entscheiden und agieren.

      Ich hoffe, es ist einigermaßen klar hinübergekommen.
      Wer an die Quelle gelangen will, muss ein Stück des Weges gegen den Strom schwimmen!

      überflüssig zu sagen, dieser Beitrag ist meine Meinung

      Gut Wehr
      Karl
    • Ich kann hier nur eine NA zitieren: "Was I jetzt tun soll wahs I net"
      Getan im Zuge einer Übung in der wir eine mit radioaktiven Material kontaminierte Person simulierten.

      Ich vermute dieses Thema ist von allen Seiten noch nie wirklich durchgedacht worden - Ich gestehe ich wüßte auch nicht was ich so auf die schnelle machen sollte - Ein paar Ideen hätt ich wohl - nur ob das auch funktioniert?

      Na mal wieder eine interessante Nuss - die es zu knacken gilt.
      Es ist der größte Wahnsinn, die Welt zu sehen wie sie ist und nicht wie sie sein SOLL
      (Miguel de Servantes - De hombre de la manxa
    • dieses thema ist in manchen feuerwehren und landesverbänden fast ein reizthema. einige gute ansätze wurden ja von unserem kameraden des rk schon geliefert, aber die aktivierung des öbh ist wohl für einen schnelleinsatz bei einem gefahrgutunfall oder einem zwischenfall bei einer firma nicht unbedingt dierascheste lösung des problems. im erstansatz bei einer kleineren anzahl von verletzten ( 1-max.5) wird das problem immer von der feuerwehr zu lösen sein.
      in den wenigsten fällen wird ein rettungssanitäter oder notarzt des rk odgl. in einem schutzanzug arbeiten können/wollen. anders ist die situation bei feuerwehrärzten und fw-sanitätern - da müssten unsere hr. doktoren über ihren schatten springen und unter schutzbedingungen die erstversorgung oder triage durchführen - eine versorgung des patienten muß sich auf schmerzlinderung oder/und stabilisation beschränken. lösungsansätze oder vorschläge für eine erweiterte geräteausstattung der fw gibt es zumindest im bereich lfv salzburg bereits und wird bei der nachbeschaffung des ggf berücksichtigt.
      im bereich meiner ortsfeuerwehr wird dieses problem so gelöst das am öl-anhänger gerätschaften zur patientendekontamination mitgeführt werden. diese werden von feuerwehrmitgliedern mit rettungssan-ausbildung bzw. notfallsanausb. sowie durch den feuerwehrarzt bedient. diese lösung fließt auch langsam in das gefahrgutzugs system ein.
      ehrlicherweise muss ich anführen das ich die ausbildung für das benötigte personal etwas steuern bzw. beeinflussen kann da junge fw-mitglieder die vor ihrem grundwehrdienst stehen, diesen meist als rettungssanitäter im öbh und somit mit vorkenntnissen, ableisten.

      ein interessanter apekt zu diesem problem ergibt sich auch aus den vorbereitungen für die euro 2008 und die geforderten sicherheitsstandards.

      ......am 03-09-2008 findet übrigens in wien beim hauptsitz der fa dräger ein workshop unter anderem zu diesem thema statt und am 08-10-2007 wird ein workshop in der rainerkaserne in salzburg dazu abgehalten - wenn jemand interesse hat teil zu nehmen gebt mir einfach bescheid und ihr bekommt eine einladung bzw. die unterlagen.
      In einer Kriesensituation gibt es nichts schlimmeres als herauszufinden was man tun müßte und gleichzeitig erkennt man ist dazu nicht in der Lage!!!
    • Also einmal danke für die Antworten! Obwohl sich aus den Antworten für mich wieder neue Fragen auftun...

      Generell zum Ausdampfen: Ich klettere öfters in Containern und LKW herum, die mit Gefahrgut beladen sind weil ich die Ladungssicherung und die Bezettelung kontrolliere. Unter so einer LKW Plane hat im Hochsommer locker 40 Grad (ein Traumjob ich weiß..)

      Jetzt ist der Geruch der Packmittel so stark daß man nach wenigen Minuten Kopfweh bekommt. Obwohl die Behälter alle außen sauber und gereinigt sind und das nicht bei irgeneinem Teufelszeug sondern bei so simplen Dingen wie eben UN 1263 Farbe oder Polymerkügelchen.

      Langer rede kurzer Sinn: Ich halte die Gefahr die von so einem Patienten ausgehen schon einigermaßen für groß und die Möglichkeit daß die Sanis umkippen für real.

      In meiner Fw. wurde dieses Thema bis jetzt nicht besprochen oder beübt aber ich treffe mich heut eh mit unserem Schadstoffchef und werde ihn fragen.

      @dekosani: Wann ist der workshop beim dräger? hab für diesen Tag zwar Termine habe vielleicht bring ichs unter! 8. Oktober könnt ich mir noch einteilen!
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    • noch ein termin der zum thema passt:
      12.oktober 2007 von 09.00uhr bis 17.30uhr imsmz otto wagner spittal wien:
      die versorgung von patienten in außerordentlichen lagen - das abc bzw. cbrn(e) konzept.
      unter anderem finden vorträge zu den themen - der kontaminierte patient oder versorgung dekontamination und transport bei großveranstaltungen statt.

      eventuell hat einer oder mehrere im forum zeit zur teilnahme - ich werde jedenfalls versuchen teil zu nehmen.

      mfg
      In einer Kriesensituation gibt es nichts schlimmeres als herauszufinden was man tun müßte und gleichzeitig erkennt man ist dazu nicht in der Lage!!!
    • Also den Termin heute habe ich nicht geapckt, muss auch noch was hackln gehen.

      Nach Auskunft von unserem Schadstoffexperten sind kontaminierte Patienten zu waschen. Dazu kann das Deko-Zelt aus dem Schadstofffahrzeug verwendet werden. Es gibt auch ein Gerät von Kärcher, welches das Waschwasser wieder absaugt. Das haben wir aber eh nicht.

      Das ganze ist Theorie, in der Praxis hat so was noch niemand erlebt.

      @dekosani: Um was gehts denn in der rainerkaserne genau? Ich habe im Netz geschaut aber nichts gefunden!
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    • es muß nicht immer hoch technische lösungen geben. auch wenn ich mich eventuell wiederhole - mit einem geringen aufwand an mitteln und einem nicht all zu großen aufwand an ausbildungszeit kann eine zufriedenstellende lösung gefunden werden.

      unser gerätebedarf zur dekontamination von verletzten liegenden personen hält sich finanziell in so einem geringen bereich das wir das nichteinmal groß budgetieren mußten - € 200.-

      das gerät ist allerdings immer als ergänzung zum herkömmlichen deko-gerät zu betrachten und nur für maximal 3 liegende personen gedacht.
      grundsätzlich kann man sowiso davon ausgehen das mit dem entfernen der bekleidung 80-90% der kontamination vom opfer wegfallen.
      eingeatmete dämpfe oder kontamination die über die haut aufgenommen wurde können wir sowiso nicht entfernen und diese stellt auch für nachbehandelnde rettungskräfte keine gefahr dar. eine reinigung der betroffenen hautstellen mit dekontaminationsmittel oder med.flüssigseife ( eh maßnahmen gem. datenblatt beachten ) ist noch eine maßnahme die durchgeführt werden muß/kann.

      wenn von eurer seite mehr interesse besteht und ihr eine auflistung und beschreibung des ablaufes erhalten wollt sendet mir eine adresse bei der ich eine größere datenmange übermitteln kann.

      eure meinung dazu und eventuelle verbesserungsvorschläge sind sehr gefragt.
      In einer Kriesensituation gibt es nichts schlimmeres als herauszufinden was man tun müßte und gleichzeitig erkennt man ist dazu nicht in der Lage!!!
    • Mei Meinung als Sanitäter ist das der Patient erst dann in direkten Kontakt mit dem Rettungsdienst kommen sollte wenn keinerlei Gefahr mehr von Ihm für den Rettungsdienst ausgeht. Sonst hat ma zum Schluss statt 1 Patienten 3 oder mehr. Eine Akutversorgung (sofern nötig) sollte durch Med.Personal od FW-San in Schutzanzügen erfolgen.
    • Bin erst jetzt auf dieses Thema aufmerksam geworden...

      Ich habe letzten Herbst den GEfahrengutkurs an der LFS Salzburg absolviert und da hat ein Ausbildner gesagt das es einmal eine Besprechung mit allen zuständigen Stellen (FW, RD, Krankenhäuser...) gegeben hat.

      Gebe die ERzählung mit meinen Worten wieder ohne Richtigkeit auf Vollständigkeit!

      Also vorweg herausgekommen ist nichts. Weil der RD gesagt hat das er einen kontaminierten Patienten sicher nicht mit seinem "Auto" transportiert und das für das medizinische Personal zu gefährlich wäre wenn der Patien wie ein paar berichte vorher behandelt noch den giftigen... SToff ausdampft. Dann hat man gemeint das man den Patient mit dem Hubschrauber fliegen könnte... wieder nichts... weil Hubschrauberputzen noch lustiger als KTW putzen.
      nächster Vorschlag--> am SEil am Hubschrauber anhängen. Ok hielten alle für möglich. ( Flugwetter vorausgesetzt)
      Der Transport wäre also geklärt. Nur haben die Krankenhäuser eingeworfen das sie eine kontaminierten verletzte Person gar nicht behandeln können/wollen. Welcher Arzt im KH hat schon Atemschutz(Ausbildung)? und weiters kann man keinen "giftigen" Patienten durch ein Haus schieben wo lauter Kranke/ Verletzte
      Personen mit geschwächtem Immunsystem sind.
      Schlussendlich ist die Diskussion damit beendet gewesen.


      Kurze Zwischenfrage meinerseits:

      Hat wirklich jede FW oder zumindest jeder Abschnitt eine Feuerwehrarzt mit Atemschutzausbildung?? oder einen/ meherere Sanis mit AS Ausbildung??

      Also in meinem Bezirk ist das eher eine große Ausnahme und dann bei einem derartigen Einsatz auch noch zufällig diese Personen "mit" zu haben für die ERstversorgung meiner Meinung nach eher Zufall!

      lg
    • Original von Roter_Eisbaer
      Also für Großschadensereignisse gibt es spezielle Verletzten-Deko-Anlagen. Hab sowas bei der Fußball WM 2006 in München live erlebt! Funktioniert wie eine Mischung aus Autowaschanlage und Geschirrtransporter in einer Großküche: Es werden die Patienten auf dem Spinboard über ein Förderband durch die Deko geschoben...


      sowas habe ich ebenfalls schon gesehen - bin mir aber nicht mehr sicher wo. Ich glaube, so ein Zelt mit Kistenrollgestellen des RK war am Tag der Einsatzkräfte in Schärding zu sehen und müsste demnach beim RK stationiert sein - ich vermute mal, dass das Zeugs im KHD-Lager des RK LVOÖ im Melissenweg in Linz gelagert wird -> Eingeweihte bitte melden!
      Stefan Turner
      FF Marchtrenk, Wels-Land, Oberösterreich
      Mitglied im Bezirksnachrichtenzug des BFK Wels-Land
    • Original von Stefan Turner
      ... müsste demnach beim RK stationiert sein - ich vermute mal, dass das Zeugs im KHD-Lager des RK LVOÖ im Melissenweg in Linz gelagert wird -> Eingeweihte bitte melden!


      so, ich hab' mal meine Frau (hauptberuflich RK) ausgefragt: Sie erklärte mir, dass dieses System ihreswissens in Ebensee gelagert und primär für Strahlenkontamination gedacht ist. Näheres dazu müsste ein Dr. Holl aus Hartkirchen wissen.

      Ansonsten meinte Sie, ist beim RK nichts vorgesehen, da es sich dabei um die Aufgabe der FW handelt.

      Sollte eine kontaminierte Person (absichtlich oder unbewußt) mit einem RK-Fzg transportiert worden sein, muss das RK-Personal ebenfalls (im Zielkrankenhaus) versorgt werden und das Fzg kommt nach Hörsching zum ABC-Zug für die professionelle Dekotamination.
      Stefan Turner
      FF Marchtrenk, Wels-Land, Oberösterreich
      Mitglied im Bezirksnachrichtenzug des BFK Wels-Land
    • Bei uns sind die bei irgendwelchen Feuerwehren bei den Dekoeinheiten angesiedelt! Wurden auch bei der WM von der Feuerwehr an den UHSén betrieben! Beitreiber der UHS allgemein waren aber die jeweiligen Hilfsorganisationen! Hab damals die Anlage an der aufgebauten UHS in Fröttmanning an der Allianz Arena gesehen! Haben mit den MAltesern diese UHS auch mal für einen Spieltag betrieben!