Handling Leitstelle

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    • Handling Leitstelle

      Hallo,

      leider war ich noch nie in einer Leitstelle.

      Ich kenne also das dortige Handling nicht.

      Folgender Fall im Analogfunk:

      Ein Fw-Fz fährt von A über B nach C.
      A,B, und C sind benachbarte Leitstellen.

      Bei Abfahrt meldet sich das Fz bei A an.
      Nach dem Verlassen vom Gebiet A meldet sich das Fz ab.
      Damit weiß Leitstelle A, daß das Fz momentan nicht verfügfbar ist.

      Bei der Einfahrt in den Bereich der Leitstelle B meldet sich das Fz als neuer Kreisteilnehmer im dortigen Kanal.
      Damit ist der Leitstelle B bekannt, daß man ein fremdes Fz im Beritt hat.
      Das Fz könnte von A erreicht werden, weil ja Funkverbindung von B zum Fz besteht.

      Was macht Leitstelle B ?

      Denkbar ist:
      - Auf Papier das neue Fz notieren.
      - Im Computer das neue Fz registrieren.
      - Bei A per Telefon anrufen, um den aktuellen Standort vom Fz mitzuteilen.
      - Bei A per Telefon anrufen, um ggfs. den Zugriff auf das Fz zu ermöglichen.
      - Per E-Mail A informieren.
      - A nicht informieren.
      - Den neuen Kreisteilnehmer ignorieren.


      Olli
    • Hallo,

      zwar ist das Thema schon ein paar Tage alt, aber hier noch eine Antwort. :)

      Im Grunde handhabt das jede Leitstelle ein bisschen anders.

      Defacto kann man jedoch sagen, dass ein Fahrzeug, dass den eigenen Leitstellenbereich verlassen hat, als nicht disponierbar zu markieren ist. Das kann entweder durch das Fahrzeug selbst (wenn Festgerät mit entsprechender Funktion vorhanden) mittels Statussetzung geschehen (bspw. Status 6 - nicht einsatzbereit (FMS-Deutschland)) geschehen oder die Besatzung teilt das Verlassen des Leitstellenbereiches manuell mit und der Dispo in der Leitstelle setzt dann den Status des Fahrzeug entsprechend.

      Das Fahrzeug wird sich nun bei der Leitstelle, in dessen Bereich dieses eingefahren ist, anmelden. Das geschieht örtlich auch einfach mit dem Wechseln des Kanals und Setzen des entsprechenden Status (bei FMS bspw. Status 1 - einsatzbereit auf Funk). Alternativ wieder Anmeldung per Funk. Was nun geschieht ist in der Praxis stark abhängig, ob es sich um ein RK oder FW-Fahrzeug handelt bzw. um welches. Ein Fremd-RTW mit Besatzung der gerade in meinem Gebiet unterwegs ist auf Status einsatzbereit bringt mir mehr, als ein FW-MTF mit 6 Leuten ohne Schutzausrüstung in Sonntagsuniform... Solche Fremdfahrzeuge, die praktisch nicht einsatzbereit sind und auch keine taktische Schlagkraft haben, werden meist nicht im ELS erfasst. Melden sich solche Fahrzeuge an, wird das registriert, man behält es vielleicht im Hinterkopf, aber das wars. Bringt dem Dispo nämlich nichts, selbst wenn ein Einsatz wäre. Gleiches gilt, wenn bspw. ein fremdes TLF nur mit einem Maschinisten bspw. von der Werkstatt zurück durch den eigenen Leitstellenbereich fährt. Bringt taktisch nichts, dieses Fahrzeug irgendwo hinzuschicken. In der Praxis macht es nur Sinn, dass sich Fahrzeuge, welche mit einer Regelbesatzung und insbesondere mit Einsatzkleidung etc. unterwegs sind, bei der Fremdleitstelle anmelden.

      In deinem Beispiel wird die Leitstelle A das Fahrzeug nach verlassen auf Nichteinsatzbereit setzen und damit wird das Fahrzeug bei Leitstelle A bis zur Wiederkehr nicht in die Alarmplanung bzw. Dispovorschläge einbezogen. Daher werd sofort ein alternativer Dispovorschlag erzeugt, wenn ein Einsatz in dem Bereich des abwesenden Fahrzeuges disponiert wird.

      Leitstelle A wird sich in der Praxis nachdem das Fahrzeug den Leitstellenbereich verlassen hat in der Regel auch nicht erkundigen, wo das Fahrzeug ist und was es macht. Höchstens in Extremfällen und bei "raren" Einsatzmitteln wie RTH's.

      Wie bereits angeschnitten wird der Dispo, wenn er es denn für sinnvoll hält, das Fremdfahrzeug als temporäre Einheit im ELS erfassen. Auf Fremdfahrzeuge wird jedoch nur im Extremfall zurückgegriffen, da manuelle Eingriffe in die Alarmplanung üblicherweise nicht vorgesehen und in vielen Leitstellen auch dem Schichtleiter vorbehalten sind.

      Bei TETRA sieht das dann so aus, dass dem Dispo das Fremdfahrzeug im ELS automatisch angezeigt wird, sobald es in die TMO-Sprechgruppe der Fremdleitstelle wechselt. Theoretisch wäre es mittels der GPS-Funktion von TETRA auch möglich, Fremdfahrzeuge, welche in der Nähe des Einsatzortes sind, automatisch in den Dispo-Vorschlag aufnehmen zu lassen.

      Grüße
      Lageführer
    • Grüß Dich,

      also wenns ein MTW mit einer Person ist, dann macht es absolut keinen Sinn, sich anzumelden bei der Fremd-Leitstelle. Mit einem MTW mit einem Mann kann man absolut nichts anfangen. Hat keinerlei taktischen Nutzen. Am Besten bei der eigenen Leistelle abmelden und halt wieder anmelden, wenn man wieder zurück ist.
      Selbst einen voll besetzten MTW (wenn es nicht gerade hohe Führungsdienstgrade vom Verband sind) würde ich nicht bei der Fremd-Leitstelle anmelden, da kein einsatztaktischer Nutzen.


      Loeschonkel schrieb:

      B hätte ja nur Arbeit mit dem Exoten.
      Da könnte wegen der Mehrarbeit ja auch noch Frust aufkommen.
      Also besser den Mund halten ?

      Ich vermute, der Sarkasmus ist bewusst platziert.

      Es geht darum, dass der Grundsatz gilt, den Funkverkehr und auch generell die Kommunikation mit der Leistelle auf das Notwendigste zu beschränken, damit keine Kapazitäten unnötig gebunden werden. Man sollte da immer das Big Picture sehen: Wenn sich jeder MTW anmeldet, der da durch das Gebiet fährt, dann ist das in der Summe nicht mehr unbeträchtlich und bedeutet eine Mehrbelastung ohne jeden Nutzen.
      Schau doch mal in deiner örtlichen Leitstelle vorbei, dann sieht du mal, was die Jungs und Mädels da leisten und was die für ein Arbeitspensum haben. Vielleicht vergessen manche Leute gelegentlich, dass eine Leistelle nicht nur die FW disponiert, sondern verbreitet auch RD, WR, BR etc. und das oftmals in Schichten zu 2 Personen am Wochenende oder nachts. Die haben schon mehr zu tun, als nur den ganzen Tag drauf zu warten, dass irgendwo in einem Dorf ein Baum umfällt oder eine BMA abgeht. Darum sind LST-Dispos auch oftmals recht kurz angebunden, da jedes unnötige Gespräch vermieden werden sollte.
      Natürlich gibt es auch mal ruhige Tage, Nächte und Stunden, aber das kann man aus der Ferne nicht einschätzen und daher sollte man einfach überlegen, ob es wirklich wichtig und sinnvoll ist, die LST zu kontaktieren, bevor man den Hörer in die Hand nimmt.

      Güße
      Lageführer