Muss Feuerwehr 30.000 Euro Steuern nachzahlen?

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    • Muss Feuerwehr 30.000 Euro Steuern nachzahlen?

      fireworld.at/berichte/details/…-euro-steuern-nachzahlen/

      Man fragt sich: Hat die Finanz nichts anderes zu tun, Pfuscherfahndung vielleicht, soll ja im Burgenland einnicht ganz unbekanntes Phänomen sein?

      Man fragt sich auch: warum macht man vorsätzlich ein 4 Tage langes fest, wenn nur drei erlaubt sind?.. Andererorts macht man das ein bisserl geschickter, um es vorsichtig auszudrücken.

      Im Kern geht es aber um die Finanzierung der Feuerwehren. Warum müssen, 70 Jahre nach Kriegsende viele Feuerwehren immer noch für ihre Kosten selber aufkommen? Die Russen sind auch schon lange weg, warum gelingt und gelang es nicht eine anständige Finanzierung auf die Beine zu stellen, die solche Eskapaden überflüssig macht? Warum müssen sich vielerorts die Kameraden noch selber Uniformteile kaufen? Warum erhält man aus Landesmittel ein Boot, aber es kein Geld für Benzin da?

      Sicher viele Feuerwehren und Fahrzeuge sind überdimiensioniert, auch in meiner Wehr, ich kritisiere das seit Jahren. Riesige Feuerwehrhäuser, 4000er in der menschenleeren Pampa, "hamma uns eh selber zahlt". Auch ist es seltsam, dass das alte Auto nicht mehr mehr zum reparieren ist, wir brauchen unbedingt ein neues und kaum ist dieses da, oh Wunder, das Alte fährt jetzt auch noch die nächsten 10 Jahre.

      Wir haben es den verantwortlichen Politikern sehr leicht gemacht, die Mittel knapp zu halten. Ich hoffe dass die Geschichte für die betroffene Wehr gut ausgeht!
      Gezeichnet: der Oberstrahlrohrinspketor (OSRI) s.e.
      staatlich geprüfte Nervensäge für das Feuerwehr- und Zivilschutzwesen und überhaupt für alles!
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    • Naja, einerseits stehen die Termine ja auf den einzelnen Feuerwehrhomepages - ein vifer Beamter mit Hausverstand, der in der Lage ist aus mehreren Datumsangaben die Menge X an Festtagen zu berechnen und Interesse an seinem Job hat, wird diese offizielle Einladung auch unter seinen Kollegen kund tun und die Einladung auf dienstliche Art und Weise annehmen. Nix leichter, als angekündigten Vergehen nachzugehen ...

      Andererseits soll's schon zahlreiche Anzeigen gegen Feuerwehren gegeben haben, meist von örtlichen Wirten, die sich ob der "vielen" Festtage betrogen fühlen. Diesen Anzeigen muss natürlich nachgegangen werden (da gibt's auch keine "kann"-Bestimmung).

      Die 3-Tage Regelung ist auch nicht neu und "geschickter" machen heißt ja nix anderes, als einen Verein zu gründen (zB "Verein zur Förderung des Brandschutzwesens" oder so in der Art). Haben schon viele Feuerwehren gemacht, fahren gut damit und das beste daran: Es ist legal!
    • Mit dem Förderverein ists in Österreich nicht so einfach wie du gschrieben hast!

      Die Steuerfreiheit bei Vereinen richtet sich nach den Regelungen der §§ 34-47 BAO. Demnach muss der gemeinnützige Zweck unmittelbar verfolgt werden - d.h. durch den Verein selbst - nur dann kommt der Verein in den Genuss einer abgabenrechtlichen Befreiung.

      Ein Verein, dessen Tätigkeit lediglich darin besteht, die von anderen Rechtsträgern unmittelbar begünstigten Zwecke zu finanzieren oder Spendengelder weiterzuleiten ist steuerlich nicht begünstigt!

      Quelle: Drapela, Steuerliche Behandlung von Feuerwehrfesten, SWK 90. Jg, Nr. 22
      Mein Beitrag = Meine Meinung


      www.ff-badmuehllacken.at

      Klick Klick
    • Danke, wusste ich auch nicht. Aber was würde das dann bedeuten? Von welcher Steuer reden wir? Nehmen wir an ein Förderverein der NICHT steuerlich begünstigt ist macht ein Fest einmal im Jahr und erwirtschaftet 1000.- Euro Was dann? Der Verein macht eine Einkommensteuererklärung und zahlt für 1000.- Euro Null Euro Steuer´(grenze liegt bei ca 11.000 Euro)

      Was anderes ist wenn er die Leute anmelden muss, Gewerbeberechtigung braucht, Registrierkassa ...
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    • Bliebe noch die Ust., oder?

      Hat sich schon mal wer ausgerechnet welcher Gewinn einer Nachzahlung von 30.000 gegenübersteht? Das in 5 Jahren (weiter wird i.d.R. nicht zurückverfolgt) und nur von den Tagen, die drei übersteigen.
      Vermutlich ca. 15.000€ pro Jahr (excl. vermutlich nicht einbehaltener USt.) --> 75.000€ in 5 Jahren - nur die zusätzlichen Tage.

      Die Frage, ob das noch im Rahmen einer Feuerwehr gerechtfertigt ist, darf jeder für sich beantworten.
      Dass das System eigentlich anders finanziert werden müsste, als durch die Aufopferung und in dem Fall sogar Kriminalisierung der Feuerwehrmitglieder braucht man hier vermutlich niemanden sagen.
    • hetzflo schrieb:

      Bliebe noch die Ust., oder?

      Hat sich schon mal wer ausgerechnet welcher Gewinn einer Nachzahlung von 30.000 gegenübersteht? Das in 5 Jahren (weiter wird i.d.R. nicht zurückverfolgt) und nur von den Tagen, die drei übersteigen.
      Vermutlich ca. 15.000€ pro Jahr (excl. vermutlich nicht einbehaltener USt.) --> 75.000€ in 5 Jahren - nur die zusätzlichen Tage.

      Die Frage, ob das noch im Rahmen einer Feuerwehr gerechtfertigt ist, darf jeder für sich beantworten.
      Dass das System eigentlich anders finanziert werden müsste, als durch die Aufopferung und in dem Fall sogar Kriminalisierung der Feuerwehrmitglieder braucht man hier vermutlich niemanden sagen.


      Achtung, wenn die drei bzw vier Tagesgrenze (vier Tage, davon drei mit gastgewerblichem Betrieb) überschritten wird, so fällt die Steuerbefreiung, dann sind ALLE Tage steuerpflichtig. Dann fällt Umsatzsteuer an (wenn die Grenze überschritten wird) und Körperschaftssteuer (Einkommensteuer für juristische Personen).
      Die drei Tage gelten nur für Körperschaften öffentlichen Rechts (Feuerwehren und Kirchen), für Vereine gilt eine andere Regelung (das kleine Veriensfest, das in Summe der Öffnungszeiten 48 Stnden im Kalenderjahr nicht übersteigen darf)
      Wer an die Quelle gelangen will, muss ein Stück des Weges gegen den Strom schwimmen!

      überflüssig zu sagen, dieser Beitrag ist meine Meinung

      Gut Wehr
      Karl
    • Dann rechnen wir einmal: Steuersatz bei der Körperschaftssteuer ist fix 25%, dh. bei 30.000 Euro Steuer bedeutet das ein steuerpflichtiges Einkommen von 120.000 Euro aufgeteilt auf 5 Jahre sind das 24.000 Euro steuerpflichtiges Einkommen pro Jahr. Bei vielleicht 5 Tagen Fest pro Jahr wären da 5000 Euro pro Tag. Sollte bei diesem Betrag auch bereits der Strafbetrag von 100% der Steuer inkludiert sein, so halbieren sich die Summen.
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      überflüssig zu sagen, dieser Beitrag ist meine Meinung

      Gut Wehr
      Karl
    • Ich glaub die Körperschaftssteuer fängt erst bei 40.000 an und die Umsatzsteuer bei 30.000. Die 30.000 Euro aus dem Zeitungsbereicht kann ich nicht glauben.
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    • hetzflo schrieb:

      Bliebe noch die Ust., oder?

      Hat sich schon mal wer ausgerechnet welcher Gewinn einer Nachzahlung von 30.000 gegenübersteht? Das in 5 Jahren (weiter wird i.d.R. nicht zurückverfolgt) und nur von den Tagen, die drei übersteigen.
      Vermutlich ca. 15.000€ pro Jahr (excl. vermutlich nicht einbehaltener USt.) --> 75.000€ in 5 Jahren - nur die zusätzlichen Tage.

      Die Frage, ob das noch im Rahmen einer Feuerwehr gerechtfertigt ist, darf jeder für sich beantworten.
      Dass das System eigentlich anders finanziert werden müsste, als durch die Aufopferung und in dem Fall sogar Kriminalisierung der Feuerwehrmitglieder braucht man hier vermutlich niemanden sagen.


      Net bös sein, aber 15k REINGEWINN pro Veranstaltung ist schon das MINIMUM dass ich mir die Arbeit antue, 14 Tage Urlaub brauche und 3 Tage nicht zum schlafen komme, damit so eine Veranstaltung auch ein Erfolg wird (und die Zahlen gelten mindestens für das ganze erweiterte Kommando).

      Dann bleibt wohl die Frage hängen WARUM macht man es? Einfache Frage: weil die Mindestausrüstungsverordnung keine Zusatzausrüstung kennt. Und zB ist ein KLF mit Pumpe und ein paar Schläuchen als selbstständige taktische Einheit unbrauchbar. Die Gemeinden haben alle Abgang, also liegt es halt an der Feuerwehr sich selber so aufzustellen dass ihre Ausrüstung auch ihrem Ausbildungsstand und ihrer Motivation angepasst ist, was sich wiederum in Schlagkraft und der "Brauchbarkeit" in vielen anderen Alarmplänen niederschlägt.
      ist natürlich nur meine persönliche Meinung


      Meine Feuerwehr im sozialen Netzwerk
    • Ich finde, alle Feuerwehren sollten froh sein, dass uns der Gesetzgeber dieses Schlupfloch der Drei Tage +ein Ball gegeben hat, es war eine lange Diskussion, bis diese Regelung gestanden ist. Ich war zu dieser Zeit in der Wirtschaftskammer und habe diesen Prozess miterlebt. Damit ist der Durchschnittsfeuerwehr ein Wochenendfest und ein Ball abseits der Steuerpflicht möglich. Wir sollten alles verhindern, was diese Regelung, die vielen in der Gastronomie ein Dorn im Auge ist, in Gefahr bringt.
      Leider gibt es einige Ausreisser, die das gesamte System in Frage stellen. Bei manchen Festen muss man sich fragen, ob die Größe dieses Festes mit der Größe der Feuerwehr ein Einklang zu bringen ist. Eine KLF Feuerwehr, die ein Fest veranstaltet, wo die Tagesgage der Kapelle die Größenordnung der Gesamteinnahmen eines anderen Wochendendfestes übersteigt, stellt das System in Frage.
      Wir sollten nie vergessen,, dass es genug Gegner dieser Regelung gibt, die außerdem ja nur für Körperschaften öffentlichen Rechts gilt, NICHT für Vereine, dort gibt es eine andere Regelung.
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      Gut Wehr
      Karl
    • Ja Karl, das streite ich ja nicht ab.
      Und das die Regelung mit den 3 Tagen eingehalten werden muss ist natürlich auch klar.

      Aber dass ich jetzt auch eine Art "Umsatz-Obergrenze" einführen sollte, nur weil sich offensichtlich manche Feuerwehren bei Planung, Werbung und Ausführung eines Festes mehr engagieren als andere, das verstehe ich nicht. Und bei allem Respekt, mit dem laufenden Budget das von der Gemeinde gestellt wird, kommens in manchen Gemeinden (auch einsatzstarke Feuerwehren) nicht mal aus um nur den Sprit zu bezahlen.

      Auch bei uns muss der Großteil der Ausrüstung und die gesamte PSA aus der Kameradschaftskasse bezahlt werden, weil es einfach nicht anders geht. Aber "übertreiben" und nicht notwendige Ausrüstung kaufen, nein das tun wir auch nicht. Ein finanzielles Polster zu haben schadet aber nie, braucht nur mal ein Fahrzeug zu verunfallen hat man sonst nämlich ein massives Problem (wenn auch ein Extrembeispiel).
      ist natürlich nur meine persönliche Meinung


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    • Und der Beitrag beschreibt das Grundübel recht gut. Das von vielen Gemeinden die Finanzierungspflicht sehr wohl unterwandert wird, weil die Feuerwehren eh so viel Geld haben und/oder hergeben.
      Selbst Geld zu haben um Spielraum für was auch immer zu haben, ist recht nett, aber beim Ausgeben für verunfallte Fahrzeuge, Großteil der Ausrüstung und PSA - da hört sich der Spass auf.
      (dass man das als Feuerwehr in einer Gemeinde nur schwer selbst lösen kann, weiss ich auch. Das muss zwei Etagen höher in einigen Bereichen gleichzeitig gelöst werden)
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • Ja, bei einer Feuerwehr in der Gemeinde funktioniert die Finanzierungspflicht recht gut. Aber gibts mehrere Feuerwehren und man hat dadurch sowieso schon mehr Fahrzeuge als in der Mindestausrüstungsverodnung vorgesehen, dann wird die Finanzierung in einer Abgangsgemeinde eben schwierig. Da kann auch die Gemeinde trotz bestem Willen nicht mehr viel tun, wenn sie selber für alles was einen Schaufelstiel übersteigt (überspitzt ausgedrückt) zum Land laufen muss.

      Aber einen wesentlichen Vorteil hats für schon: ich kann kaufen was gefällt und muss nicht auf Ausschreibungen oder ähnliches Rücksicht nehmen. :)
      ist natürlich nur meine persönliche Meinung


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    • Zusammenfassend:

      Im Steuerrecht unterscheidet man zwischen der Körperschaft (Feuerwehr) und dem Betrieb gewerblicher Art (Veranstaltung).

      Die Feuerwehr als Körperschaft öffentlichen Rechts ist nicht (eigentlich "besonders beschränkt") körperschaftssteuerpflichtig.

      Sieht man sich nun den Betrieb gewerblicher Art, also die Veranstaltung an, so ist dieser prinzipiell immer steuerpflichtig, außer er fällt unter die Ausnahmebestimmungen des §5 Z12 KStG.
      Also darf die Veranstaltung höchstens 4 Tage im Jahr dauern und an 3 Tagen darf eine gastgewerbliche Betätigung stattfinden, also schenke ich 4 Tage aus, dann bin ich körperschaftssteuerpflichtig mit meiner Veranstaltung.
      Weiters muss klar ersichtlich sein, dass diese Veranstaltung einem gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck dient und muss für diesen verwendet werden. (Oft zu lesen "Der Reinerlös wird ausschließlich für den Ankauf von Feuerwehrgerätschaft verwendet" oä.)

      Die €40.000,- Grenze ist zu dahingehend interessant, da für einen entbehrlichen Geschäftsbetrieb eine Ausnahmegenehmigung vom Finanzamt erteilt werden kann, wenn die Erreichung der begünstigten Zwecke wesentlich beeinträchtigt werden kann (§44 Abs.2 BAO). Jedoch gilt diese bis zu einem Umsatz von €40.000,- als erteilt (§45a BAO). Dies betrifft aber NUR gemeinnützige Einrichtungen, also zB. Vereine. Also macht ein Sportverein (gemeinnützige Einrichtung) ein Jahresfest, so ist dieses Fest als entbehrlicher Hilfsbetrieb prinzipiell steuerpflichtig!

      An die Körperschaftssteuerpflicht knüpft sich dann auch die Umsatzsteuerpflicht nach §2 Abs.3 UStG der Betriebe gewerblicher Art (Veranstaltung) nicht aber für die Körperschaft öffentlichen Rechts (Feuerwehr)
      Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt. (Einstein)
      Und das schließt mich selbst nicht aus, jedoch bin ich gern bereit das zu ändern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Scheucher ()