Über die Politik in der Feuerwehr und warum ich nicht unterschreibe

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    • Über die Politik in der Feuerwehr und warum ich nicht unterschreibe

      Man kann wieder einmal was unterschreiben. Eine Petitition (also eine Bitte) an die Obrigkeit. Die freiwilligen Feuerwehrleute und/oder ihre Dienstgeber sollen für klimawandelbedingte Einsätze entschädigt werden. Das Geld soll aus dem Katatstrophenfond kommen, an das Geld aus diesem Topf haben auch schon die Bauern Bedarf angemeldet.

      An und für sich eine gute Idee. Jetzt will ich gar nicht kleinlich sein und fragen wer entscheidet, ob der Einsatz klimawandelbedingt war oder nicht, denn Waldbrände , Hochwasser und Sturm hat es immer schon gegeben, ich frage auch gar nicht ob es eine Berechnung gibt was das kosten kann oder wie das im Detail auschauen soll, nein, man kann nicht alle immer kleinreden, denk ich mir, schließlich haben wir in unserer Verwaltung Spitzenbeamte die das schon austüfteln werden, also her mit der Unterschriftenliste!

      Aber ach, für was unterschreibe ich da?

      Eine rechtliche Regelung der Dienstfreistellung für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr

      Eine Energiezukunft ohne Atom, Kohle und Fracking

      Den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energie

      Die Unterstützung von Betroffenen des Klimawandels

      Na bumm, von 4 Punkten betrifft eigentlich nur einer die Feuerwehr. Aber ich bin nicht absolut gegen Atom und Fracking. ich weiß schon, dass Antiatom und Antifracking in Österreich Staatsreligion ist, täglich verkündet von den vereinigten Blödzeitungen. Aber Länder wie Schweden und Schweiz haben Atomkraftwerke und sind ganz gut damit gefahren, es wird auf diesem Gebiet viel geforscht, ich bin zumindesten mit 51 % für die friedlich Nutzung der Kernenergie. Mit Fracking ist es ähnlich, Leoben hat ein Verfahren entwickelt mit dem Maisstärke in die Löscher geblasen wird, aber das wird einfach nicht zur Kenntnis genommen, wir sind einmal prinzipiell dagegen.

      Der vierte Punkt fallt unter "ja eh", aber zu einer Unterschrift konnte ich mich nicht durchringen. Warum, so könnte ich unseren obersten Feuerwehrkamerden fragen, setzt er sich in einer Pressekonferenz mit der Geschäftsführerin eines Vereins an einem Tisch, der eine Petition anleiert, wo die Entschädigung von Feuerwehrleuten (oder deren Dienstgebern) nur ein Punkt unter an und für sich hochpolitischen Themen ist? Ist die Feuerwehr jetzt Antiatom und Antifracking? Und hat der oberste Feuerwehrpräsident in Legislative und Exikutive keine anderen Gesprächspartner für dieses Thema? Vermutlich werde ich das nie erfahren.
      Gezeichnet: der Oberstrahlrohrinspketor (OSRI) s.e.
      staatlich geprüfte Nervensäge für das Feuerwehr- und Zivilschutzwesen und überhaupt für alles!
      Diesen Beitrag ausdrucken und in der Personalakte ablegen. Kopie ergeht an die Rechtsabteilung.
    • Du schreibst mir aus der Seele.

      nehmen wir mal das Feuerwehrthema:

      Ich bin GEGEN eine gesetzliche "Du musst...." Lösung. Den Grund kann sich jeder Feuerwehrmann an der Basis, der nicht gerade eine frische Heissdüse ist, ganz gut vorstellen. Das ehrenamtliche Engagement (ganz allgemein) kann bereits jetzt ein Hindernisgrund bei der jobsuche sein, auch wenn das der (Personal-)Chef so nie zugeben würde.

      Ja, eine Lösung muss her - aber keine gesetzliche Zwangstherapie. Die wird uns mehr Mitglieder kosten, als bringen.
      Ich bin bei Dir - unser Präs. hat doch sicher die Mittel und Wege, eine Gesprächsgruppe mit Ministerium, WK und AK zu etablieren.
      Eine Vereinbarung der Sozialpartner mit dem ÖBFV, der von der Basis der WK mitgetragen werden kann, und die ein Win-Win ermöglicht, dass ist meines Erachtens der richtige und notwendige Weg. Aber schön regelmßig im Halbjahresrythmus nach gesetzlichen Regelungen zu rufen, ist ja viel aufwandsärmer. Und steter Tropfen höhlt den Stein, und irgendwann wird die Forderung überraschend umgesetzt, und dann haben wir den Salat...

      Und zum Thema Entschädigung zu Folgen des Klimawandels......Jaaaaaaaaaa........
      Auch wenn es unserer GrünInnen und Wetterpropheten so gerne immer wieder lautstark schreien - ein Klimawandel ist bis jetzt noch immer nicht bewiesen. Es ist schlicht und einfach Klima - so wie es seit tausenden von Jahren immer wieder mal schwankt. Genausogut könnte man die seit 15-20 Jahren immer bessere Vernetzung der Kommunikationsmöglichkeiten in Verbindung mit erschwinglichen Dokumentationsgeräten für eine Häufung von Wetterphänomenen verantwortlich machen. Statistik ist nur so gut, wie der verfügbare Input. Und da reden wir noch nicht von vorab gewünschten Ergebnissen.

      Und jetzt will man jemanden für etwas, welches im Einzelfall dann den noch nicht im Ganzen bewiesenen zugerechnet werden müsste, entschädigen? - Machen wir doch gleich eine Lebens-Vollkasko.

      Jetzt zu den technischen Themen. Ich bin Techniker - ich sehe die Nachteile der Atomkraft, ich sehe die Nachteile der "Fracking" genannten Gewinnungsmethode. Ich sehe aber auch die Vorteile - UND: Ich sehe den steigenden Energiebedarf der Weltbevölkerung. Die Welt hört eben nicht an den Grenzen Österreichs auf, wo so gerne propagiert wird, dass wir ohne Atomstrom auskommen - Tun wir aber nicht...

      Afrika und Asien sind boomende Wachstumsmärkte und -gebiete. Achtung ich werde jetzt plakativ - auch in der Wortwahl: "Was willen der Schlitzauge und der Neger mehr Energie - die sollen Ihren Reis anbauen und Manjuk fressen..:" Ja Leute, so spielt es nicht auf der Welt. Und derzeit haben wir was die Energieausbeute betrifft keine Alternative zur Atomkraft.
      Wogegen ich mich wehre, ist die Darstellung, Atomkraft sei billig - dass ist sie auf keinen Fall. Aber sie ist, solange es keine Alternative dazu gibt, unumgänglich - und nein: Photovoltaik und Windkraft sind keine Alternative.

      Wenn morgen Volksabstimmung wäre - ich würde für die beiden Dinge stimmen - und ich denke, dass würde heute eine Mehrheit der Bevölkerung tun.
      Mauric Thomas, FF Apfelberg (Steiermark)
      feuerwehr-apfelberg.at
      bfvkf.steiermark.at
      Mein Posting - Meine Meinung !!!
    • Da hast du Recht, denn eine Muss-Lösung ist nicht unbedingt optimal. Da muss eher ein Umdenken in der Gesellschaft, bzw. auf Geschäftsführungsebene her, welches uns zeigt, dass der volkswirtschaftliche Benefit aus der Freistellung wesentlich größer ist, als der betriebswirtschaftliche Verdienstentgang. Und so ein Umdenken ist eher ein Prozeß und dauert länger, als eine gesetzliche Verankerung.
      Davon zu unterscheiden wäre die Schaffung einer gesetzlichen Rahmenbedingung durch die es Arbeitgeber/ Arbeitnehmern/ Sozialpartner ermöglicht wird für Einsatzkräfte ein Honorierungsmodell oder Arbeitszeitmodell zu schaffen, wodurch man Arbeitgeber und Arbeitnehmer schadlos hält (aber das soll nicht Punkt dieses Threads sein). Also da bin ich auch ganz bei dir.

      Zum Thema Klimawandel: Jein
      Also prinzipiell sei mal gesagt, dass wir definitiv in einer Phase einer globalen Erwärmung stehen. Ob und inwiefern der Klimawandel hausgemacht, oder natürlicher Art ist das lasse ich hier so stehen, denn da streiten schon klügere Menschen als ich. Da sind die Einflussfaktoren zu komplex und die Zusammenhänge sehr undurchsichtig (zumindest für mein Hirn).
      Aber wir können schon von einer Häufung von Extremwetterereignissen sprechen zumindest in den letzten 50-100 Jahren.
      Natürlich kommt noch der Katalysator soziale Medien und Informationsschwemme hinzu, wodurch die Wahrnehmung der Bevölkerung geschärft wird durch Hysterie.

      Irgendwie ironisch wie du das anmerkst, aber viele Menschen gehen irgendwie davon aus, dass sie sich bereits in dem Besitz einer Lebens-Vollkasko wägen. Ich weiß nicht, ob das nicht schon anderen auch aufgefallen ist, aber meiner Meinung nach sind viele der Meinung, wenn Sie Hilfe brauchen, dann wird Sie Ihnen zum Arsch getragen. (Entschuldigung für die drastische Wortwahl).

      Das Thema Atomkraft ist halt so eine Sache. Wir nehmen die positiven Effekte gerne in Kauf (billigerer Strom immer und jederzeit), aber wenn etwas passiert, dann schreien halt alle nach einem Verbot. Prinzipiell bin ich auch kein Fan davon ein AKW in meiner Nachbarschaft zu haben, aber der Rest Europas braucht sie halt um den Lebensstandard weiterhin so zu konsumieren.
      Ehrlicherweise hoffe ich aber trotzdem auf eine Alternative, die die Atomkraft obsolet macht.

      Der letzte Punkt macht mich ein bisschen stutzig, denn der ist sehr schwammig formuliert. Bin ich den nicht auch Betroffener, wenn aufgrund der globalen Erwärmung ausgelösten Hitzewelle mir viel zu heiß ist und ich gerne eine Klimaanlage in meinem Heim hätte? Bekomme ich dann auch eine Unterstützung aus dem Katastrophen-Fonds?

      Ich schätze mal wie der ÖBFV mit Global 2000 die Petition aushandelte suchte man nach einem plakativem Konsens, welcher die positivsten Forderungen zusammenführte. Ich kann mir außerdem vorstellen, dass zb die Krone oder andere Medien diese Petition stützen, weil sie in die gleiche Kerbe schlägt. Und deswegen wurden diese 4 Punkte zusammengefasst um die meisten Menschen zu mobilisieren und sich damit am ehesten Gehör zu verschaffen.
      Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt. (Einstein)
      Und das schließt mich selbst nicht aus, jedoch bin ich gern bereit das zu ändern.
    • Ich will mich da in nix einmischen was in der jetzigen Form keine Zukunft hat, deshalb beschränke ich mich auf den Atomstrom und lass' das freiwillige Feuerwehrwesen aussen vor:

      Als finanziell arme Sau habe ich gar keine andere Wahl, als Atomstrom zu kaufen. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als bei 39,6 Grad Aussentemperatur meine Wohnung mit einem Splitgerät (2 Stück, Wohnzimmer und Schlafzimmer) zu kühlen, um diese angebliche Klimaerwärmung auszuhalten. Mir braucht auch keiner mehr mit diesen schiachen Windradln kommen. Windradln sind mittlerweile wie Hundstrümmerl in der Großstadt: Gibt's fast an jeder Ecke, sehen aber Scheiße aus - erst recht, wenn man mittendrin steht.

      Mein Stromlieferant hat mich bei Vertragsabschluss gefragt, ob er mir Atomstrom liefern darf: Ja, natürlich, warum auch nicht? Meinem Börserl hilfts, sonst habe ich als Privatkunde keinen Anreiz!

      Atomstrom ist halt auch ein bissl wie die Wiener U-Bahn: Jeder schimpft wie dreckig es ist, aber solange es im Geldbörsl einen Vorteil bringt, fährt man damit.