BMA / TUS Alarme verrechnen

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    • BMA / TUS Alarme verrechnen

      hallo liebe Leser,

      wir stehen hier vor einem Problem - das eigentlich gar keines ist, nur bestimmte Kameraden sehen das als Problem an und ich persönlich finde ich es lächerlich darüber zu diskutieren. Aber eure Meinung würde mich trotzdem interessieren.

      Seit ca. 2,5 Jahren betreuen wir eine BMA in einem Beherbergungsbetrieb - in diesen Monaten wurden wir bis jetzt insgesamt zu sechs Alarmen gerufen - davon waren einer mutwillig, drei ganz klare Täuschungsalarme (Rauch in der Biomasseanlage, technischer Defekt eines Solariums und falsch eingeheizter Kamin im Empfangsbereich) und zwei Fehlalarme (ohne ersichtlichen Grund ausgelöst).

      Auf Grund der Vorgeschichte (sagen wir mal sture Köpfe im Betrieb, Feuerwehr, Gemeinde) war das Verhältnis immer etwas getrübt, jedoch eigentlich seit der Inbetriebnahme der BMA wurde dieses wieder besser, auch wenn es hin und wieder verschiedene Anschauungsweisen gibt kann bzw. könnte jeder sicherlich damit leben.

      Das Problem ist aber, dass wir bestimmte Kameraden haben, die der Meinung sind (jene "sturen" Köpfe von früher), dass der Inhaber selbstverantwortlich für diese Alarme sind und alle ausnahmslos zu verrechnen seien. Ich sehe das anders, denn ein Täuschungsalarm gehört für mich nicht verrechnet, denn die Anlage hat ja ihren Zweck erfüllt?!

      Und, auf der anderen Seite - wieso muss / soll ein Einsatz verrechnet werden, bei dem kein einziges Fahrzeug zum Einsatzort fährt, da der Inhaber bereits über die Leitstelle informiert hat, dass es sich um einen Fehlalarm handelt?

      Wie macht ihr das, welche Definitionen habt ihr zu diesen Arten von Alarmen (Fehlalarm, mutwilliger oder Täuschung) bzw. wann verrechnet ihr (auch bei Alarmen bei denen niemand sozusagen ausgerückt ist etc).

      Über ein paar Gedanken eurerseits würde ich mich freuen?!

      Danke, lg betscho
    • BMA-Einsätze werden bis uns prinzipiell nicht verrechnet. Haben aber auch nicht soo viele Anlagen (ungefähr 6) respektive Einsätze.
      Hatten aber mal den Fall, wo eine Anlage pausenlos einen Fehlalarm auslöste. Da wurde dann schon mit Verrechnung gedroht. Der Betreiber stellte dann darauf seine Anlage wieder richtig ein und alles war gut.
      Wir sind der Meinung, dass wir unsere Betriebe nicht unbedingt "abstrafen müssen" müssen, wenn es doch tatsächlich mal zu einem Täuschungsalarm kommt. Wollen ja doch eine gute Beziehung zu den Geschäftsleuten haben.

      Aber ganz prinzipiell mal gesehen bei eurem Thema: wie will man denn eine Rechnung rechtfertigen, wenn kein einziger Mann/Frau und kein einziges Auto im Einsatz war?
    • Und, auf der anderen Seite - wieso muss / soll ein Einsatz verrechnet werden, bei dem kein einziges Fahrzeug zum Einsatzort fährt, da der Inhaber bereits über die Leitstelle informiert hat, dass es sich um einen Fehlalarm handelt?


      Das heisst ihr fahrt gar nicht mehr hin und haltet "Nachschau" ? - Halte ich für gefährlich....


      LG
      MfG Simon
      http://www.ff-mauerkirchen.com
    • Als grundsätzlich darf man alle solche Dinge ja verrechnen. Und das ist gut so, und sollte auch so gemacht werden.

      Aber darf heisst nicht muss - Soll heissen, wie man hineinschreit, so kommts zurück. Einen Betrieb, der die Feuerwehr von Haus aus gut unterstützt, wird man weniger zur Kasse bitten als andere.
      => Also: Grundsätzlich alles verrechnen (tweilweise aus "Erziehungsgründen"), aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

      Aber: Vorbeischauen würd ich immer.
      Auch bei (telefonisch) bestätigten "Nicht"-Einsätzen schauen wir trotzdem vorbei (zumindest mit Kommandofahrzeug). Auch wenn z.b. durch ein Feuerwehrmitglied angerufen wurde.
      Erstens macht die Präsenz zum einen für die Verrechnung Sinn, zweitens kommt es doch ganz oft anders als man denkt. Und ein vermeintlicher Fehlalarm hat ein paar Minuten später doch eine ganz andere Ursache. Und wenn "wer von der Feuerwehr" da ist, wird der Sache ganz anderes nachgegangen.
      Auch z.b. in Altersheimen oder ähnlichen Gebäuden macht das doch viel mehr Eindruck auf die "fahrlässigen" Auslöser, die ja doch immer wieder rumgeistern.
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • phbfibk hat außerdem natürlich vollkommen recht: TRVB 114 Anschaltebedingungen von Brandmeldeanlagen, Punkt 5.4
      "Zu einem durch die Brandmeldeanlage ausgelösten und in der Empfangszentrale der Feuerwehr eingegangenen Alarm rückt die Feuerwehr gemäß ihrer bestehenden Ausrückeordnung unverzüglich zur Hilfeleistung bzw. zur Feststellung der Alarmursache aus."
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • Tribun schrieb:


      Verrechnung: laut Gesetz in OÖ sind alle Hilfeleistungen bei Gefahr in Verzug kostenfrei (Brand, VU etc.)
      alle anderen Leistungen kann man grundsätzlich - nach tatsächlichem Aufwand - verrechnen.
      Unser Bezirksfeuerwehrkommandant hat bereits vor Jahren einen Fixbetrag bei BMAs erlassen. Diesen Tarif wenden alle Feuerwehren im Bezirk an! Werden innerhalb von 3 Monaten im selben Betrieb weitere BMAs ausgelöst, so ist jeweils der doppelte Betrag zu entrichten. Klarerweise sind Alarme bei echter Gefahr natürlich auch hier kostenfrei.


      Das passt jetzt nicht zusammen, wenn schon OÖ, dann hat der Bezirksfeuerwehrkommandant beim Betrag nichts zu melden. Stichwort Tarifordnung, die im Normalfall vom Gemeinderat zu beschließen ist. Und außerhalb des Normalfalls wirds schon interessant mit welcher Begründung sich eine Gemeinde, die das zu beschließen hat, sich von den vorgegebenen Richtsätzen entfernt. (Eine Stadt mit Berufsfeuerwehr hat wohl einen guten Grund, ansonsten wirds eher schwierig)

      (Abgesehen davon ist die Definition mit Gefahr im Verzug nicht ganz korrekt, siehe OÖ FWG 2015)
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • Die Problematik ist im föderalistischen Österreich länderbezogen zu sehen. In NÖ gibt es eine Tarifordnung als Vorschlag von LFV, die von den Gemeinden im Gemeinderat zu beschließen ist. Dort gibt es keinen Ermessensspielraum, was zu verrechnen ist, und was nicht. Brand, Menschen- und Tierrettung sind kostenfrei. Die Gebühren werden normalerweise von den Feuerwehren verrechnet, genau genommen müssten die Gebühren von der Gemeinde mittels Bescheid vorgeschreiben werden und sind dann von der Gemeinde an die Feuerwehr abzuführen.
      In der NÖ Gebührenordnung gibt es einen Posten für BMA Auslösungen Fehl- und Täuschungsalarmierung von Euro 242.- (evt. mehr, wenn laut Ausrückeordnung und Stundensätze mehr aufgewendet wurde)
      Wer an die Quelle gelangen will, muss ein Stück des Weges gegen den Strom schwimmen!

      überflüssig zu sagen, dieser Beitrag ist meine Meinung

      Gut Wehr
      Karl