OIB/Steigleitung

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    • OIB/Steigleitung

      Hallo Leute,
      kann mir mal jemand den Absatz 3.10.2 der OIB Richtlinien Brandschutz erläutern?
      ​In Gebäuden der Gebäudeklasse 5 mit mehr als sechs oberirdischen Geschoßen müssen in jedem Geschoß Wandhydranten mit formbeständigem D-Schlauch und geeigneter Anschlussmöglichkeit für die Feuerwehr zur Brandbekämpfung vorhanden sein. Abweichend davon genügt bei Gebäuden, die ausschließlich Wohnzwecken dienen, eine trockene Löschleitung mit geeigneter Anschlussmöglichkeit für die Feuerwehr zur Brandbekämpfung in jedem Geschoss.

      Jetzt nämlich konkret in Hinblick auf ein Gebäude der Klasse 5 mit 5 oberirdischen Geschoßen....

      Die Frage: Ist dann (nach dieser Richtlinie) eine Steigleitung notwendig?
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • Ich habe mir bei Normen und Gesetzen abgewöhnt, zu interpretieren, sondern einen solchen Text so zu nehmen wie er da steht.

      mit mehr als sechs Oberirdischen geschossen heisst: ab inklusve 7 oberirdischen Geschossen
      Oberirdisches Geschoss heist, ab dem Erdniveau, was auch das Erdgeschoss umfasst.

      Wenn Du also 5 oberirdische Geschosse hast, quasi ein 4-stöckiges Gebäude, dann lese ich das so, dass hier baulich - nach diesem Absatz beurteilt - keine Steigleitung vorgeschrieben werden kann.
      Freiwillig darf der Bauherr aber sowas einbauen....
      Mauric Thomas, FF Apfelberg (Steiermark)
      feuerwehr-apfelberg.at
      bfvkf.steiermark.at
      Mein Posting - Meine Meinung !!!
    • Diese Richtlinie gilt meiner Meinung Nach nur für Gebäude von 7- maximal 8 oberirdische Geschoße.

      Da die Gebäudeklasse 5 (GK5) wie folgt definiert ist:
      Gebäude mit einem Fluchtniveau von nicht mehr als 22 m, die nicht in die Gebäudeklassen 1, 2, 3 oder 4
      fallen, sowie Gebäude mit ausschließlich unterirdischen Geschoßen.

      Ein Fluchtniveu von nicht mehr als 22m, heißt, dass das Gebäude mit einer Durchschnittlichen Geschoßhöhe von 3m maximal 7 Stockwerke (21m) =8 Oberirdische Geschoße hat, soweit das Grundstück mehr oder weniger "eben" ist.

      Für alle Gebäude die Höher sind, gelten wohl wieder andere Richtlinien.
      Wo diese stehen ist aber wieder eine andere Frage.
      Meine Meinung!
    • In der OIB 2 vom Jahr 2007 ist das ganze noch etwas einfacher gestanden da es keinen Unterschied zwischen Wohn- und sonstigen Objekten gab:
      In Gebäuden der Gebäudeklasse 5 mit mehr als sechs oberirdischen Geschoßen
      müssen in jedem Geschoß Wandhydranten mit formbeständigem D-Schlauch und zusätzlicher
      geeigneter Anschlussmöglichkeit für die Feuerwehr zur Brandbekämpfung vorhanden sein.

      In der Ausgabe 2011 ist der Wandhydrant dann bei Wohngebäuden entfallen, siehe Erläuterungen dazu:
      Zu Punkt 3.10: Erste und erweiterte Löschhilfe
      Da die Festlegung von Anforderungen an Bauprodukte (wie z.B. in Tabelle 1a und 1b) auch in Zusammenhang mit den Möglichkeiten einer Brandbekämpfung zu verstehen ist, waren auch Anforderungen hinsichtlich Mittel der ersten und erweiterten Löschhilfe erforderlich. Derartige Löscheinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass sie wirksam und jederzeit betriebsbereit sind. Als Mittel der ersten Löschhilfe werden hauptsächlich tragbare Feuerlöscher eingesetzt, mit denen Löschmaßnahmen vor Eintreffen der Feuerwehr üblicherweise von jedermann durchgeführt werden können. Dabei richten sich Zahl, Art und Anordnung der erforderlichen Mittel der ersten Löschhilfe insbesondere nach Personenbelegung, Bauart, Lage, Ausdehnung und Nutzung der Gebäude. In Punkt 3.10.1 wurde aufgrund der Vielfalt der Gegebenheiten hinsichtlich der Notwendigkeit von Mitteln der ersten Löschhilfe grundsätzlich nur eine allgemeine Formulierung gewählt. Dagegen erfolgte in Punkt 3.10.2 für Gebäude der Gebäudeklasse 5 mit mehr als sechs oberirdischen Geschoßen eine Festlegung hinsichtlich der Notwendigkeit von Wandhydranten in jedem Geschoß, wobei für Gebäude mit ausschließlicher Wohnnutzung die Errichtung von trockenen Steigleitungen als ausreichend erachtet wurde.


      Finde es zwar auch schade dass es erst ab 7 Stockwerken eine Steigleitung geben muss aber ist wohl so...
    • Hallo,

      ob nun 5, oder 6, oder 7 Geschosse.

      Wer will denn bis da oben eine B-Leitung durch das Treppenhaus verlegen ?

      Bis die Leitung verlegt ist, und unter Druck steht, ist die Wohnung ausgebrannt.

      Ich habe letztes Jahr versucht, für ein 5-geschossiges Wohnhaus eine trockene Steigeleitung der BF Hannover
      schmackhaft zu machen.
      Nach den Regularien wäre sie nicht erforderlich.
      Ich fand es nur ganz kulant, und wollte sie freiwillig einbauen.
      Im Ergebnis ist es gescheitert.
      Man wollte alle Vorschriften für die größeren Häuser verwirklicht wissen.
      (Anschlußschrank außen am Haus, DN > 75 mm, Etagenzapfstellen mit Kugelhähnen.)
      Angeboten hatte ich eine CrNi-Stahlleitug DN 60 mit 2B-Speisearmatur im EG-Hausflur, und C-Niederschraubventilen je Etage.
      Das Bauamt hat den Montageort außen am Haus (Bürgersteig) abgelehnt, die BF bestand auf dem Anschlußschrank.
      Naja, nun müssen die Mannen im Fall der Fälle eben Schläuche legen.

      Olli
    • Wohnhäuser haben leider generell das Problem, dass die Schlauchanschlüsse nur im öffentlich zugänglichen Bereich möglich sind (i.d.R. das Stiegenhaus). Deshalb kann der größte Vorteil, dass Fluchtwege nicht verraucht werden nicht genutzt werden.
      Wenn dann auch kein Brandschutzplan vorhanden ist, ist das Vorgehen zudem schwer zu planen.
      Ich weiß von Wien, dass Steigleitungen in Wohnhäusern im Brandfall daher kaum genutzt werden.
      Ich kann Wunsch der FW schon verstehen, dass möglichst ein Standard verbaut wird. In Stresssituationen auch noch auf Besonderheiten Rücksicht nehmen zu müssen ist nicht fein.