Jugendliche an der Motorsäge?

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    • Jugendliche an der Motorsäge?

      Werte ForumantInnen,

      Ich wurde aufgefordert in einer Quasi erweiterten Grundausbildung eine Art Katastrophenmodul zu entwickeln, das auch die Ausbildung an der Motorsäge beinhaltet.

      Ich lehne das ab weil ich der Meinung bin, dass Jugendliche unter 18 Jahren - die ja die Zielgruppe für dieses Modul wären - an der Motorsäge nichts zu suchen haben. Darüber hinaus lehne ich es auch ab, dass jene die den 18er hinter sich haben, aber keinen beruflichen Umgang damit haben, mit der Motorsäge arbeiten. Für mich ist die Kettensäge das gefährlichste Ding überhaupt und es bringen sich ja die Angehörigen der Berufsgruooen Landwirte, Bauhof und Zimmerer damit regelmäig um.

      Somit folgende Fragen an das Forum:

      Ab wann dürfen Feuerwehrmitglieder bei Euch mit der Motorsäge arbeiten?
      Darf jeder Arbeiten?
      Beinlinge oder richtige Schnittschutzhose?
      Wie lange dauert die Ausbildung bei Euch?
      Gab es bei Euch schon Unfälle?
      Ab welchen Alter darf man in den diversen landwitschaflichen Fachschullen damit arbeiten?
      Wer kennt Regelungen aus dem Arbeitnehmerinnschutzgesetz?
      Habt Ihr Erfahrungen mit den Simulatoren? Was kostet das?
      Habt ihr Profisägen oder Baumarktware?

      Anmerkung: Obwohl Stadtfeuerwehr, haben wir genug Leute die mit der Motorsäge umgehen können, einen Bedarf, dass unter 18 jährige damit arbeiten, kann ich trotz Personalknappheit nicht erkennen.

      ich danke für Eure Antworten.
      Gezeichnet: der Oberstrahlrohrinspketor (OSRI) s.e.
      staatlich geprüfte Nervensäge für das Feuerwehr- und Zivilschutzwesen und überhaupt für alles!
      Diesen Beitrag ausdrucken und in der Personalakte ablegen. Kopie ergeht an die Rechtsabteilung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von altes strahlrohr ()

    • Ab wann dürfen Feuerwehrmitglieder bei Euch mit der Motorsäge arbeiten?
      Keine Regelung - es hat aber zumindest seit ich mich erinnern kann noch nie jemand unter 18 und privater Erfahrung eine Motorsäge in Betrieb genommen!

      Darf jeder Arbeiten?
      Verbot gibt's keines, jedoch wird bei Schulungen und Übungen immer wider darauf hingewiesen, dass nur diejenigen mit der Motorsäge arbeiten sollen, die auch privat damit unterwegs sind. Wobei schätzungsweise etwa die Hälfte der aktiven Mannschaft zumindest gelegentlich "im hoiz is".

      Beinlinge oder richtige Schnittschutzhose?
      Schnittschutzhose mit Rundumschutz

      Wie lange dauert die Ausbildung bei Euch?
      Keine Besondere - ca. alle zwei Jahre eine Schulung, Verspannungssimulator war auch einmal da.

      Gab es bei Euch schon Unfälle?
      Ja in den 80ern bei einem Sturmeinsatz (Schnitt ins Knie). Erwischt hat es einen der versiertesten am Fichtenmoped (der Juniorchef des örtlichen Sägewerks).

      Ab welchen Alter darf man in den diversen landwitschaflichen Fachschullen damit arbeiten?
      k.a.

      Wer kennt Regelungen aus dem Arbeitnehmerinnschutzgesetz?
      siehe unten!

      Habt Ihr Erfahrungen mit den Simulatoren? Was kostet das?
      Einmal ausprobiert, ganz nett, in OÖ ist meiner INFO nach der LFV an so einem Gerät beteiligt, die Feuerwehren könnenes günstig oder kostenlos nutzen (ohne Gewähr)

      Habt ihr Profisägen oder Baumarktware?
      Profigeräte (Privat und FF)


      aus der AUVA Sicherheitsbroschüre:

      unabhängig von der Leistung

      Für Jugendliche verboten

      Für Lehrlinge nach 18 Monaten Ausbildung
      erlaubt oder nach 12 Monaten Ausbildung und
      mit Unterweisung in der Berufsschule und unter
      Aufsicht

      Nur mit Antivibrationsgriff und Antivibrationshandschuh für alle jugendlichen Arbeitnehmer erlaubt

      Besondere Erfahrung und Einweisung ist wichtig

      Gute körperliche Verfassung

      Helm, Gehörschutz, Gesichtsschutz, Handschuhe, Sicherheitsschuhe und enganliegende Kleidung mit Schnittschutzeinlage im Beinbereich tragen

      Auf scharfe Sägezähne achten

      Beim Starten Säge fest auflegen

      Im Leerlauf darf sich die Kette nicht mitdrehen

      Nach Gebrauch Säge sofort abstellen

      Anm: Bei der Regelung bzgl Jugendliche blicke ich nicht ganz durch...
      Mein Beitrag = Meine Meinung


      www.ff-badmuehllacken.at

      Klick Klick
    • Im ersten Teil sage ich den "IST-Zustand" in meiner Feuerwehr, und weiter unten wird der Teil behandelt wie ich die Ausbildung bei unerfahrenen Leuten anlegen würde:


      - Bedienen darf sie eigentlich jeder Aktive ab 16 der sich das zutraut.

      Grund: bei uns kommt eigentlich jedes unserer Mitglieder direkt oder indirekt (Großeltern) aus der Landwirtschaft, da ist der Umgang mit der Säge obligat. Ich glaube ich war 12 als wir erstmals (unerlaubt) mit der Säge kleine Bäume fürs Baumhaus fällten.

      - Ausbildung in der FF gibt es keine besondere

      Grund: siehe oben, bzw. haben wir wirklich mehrere Leute die neben der normalen Erfahrung auch Forstmeister sind, den landw. Facharbeiter haben sicher 50% unseres Aktivstandes. Daher wird auch die private PSA bei Sturmeinsätzen verwendet. In der Feuerwehr sind weder Schnitthosen noch Forsthelm vorhanden, weil jeder so was zuhause hat.
      ----------------------------------------------------------


      So, da ich aber auch bei einer zweiten - wesentlich größeren - Feuerwehr aktiv bin, und damit auch die Seite kenne wo der Umgang nicht so selbstverständlich ist, gebe ich jetzt auch noch meine Meinung zu Ausbildung ab, wie ich sie anlegen würde:

      - bei unerfahrenen würde ich keinesfalls unter 18jährige ranlassen
      - wenn sie alt genug sind würde ich mit einfachen Handhabungsübungen beginnen (Teile der Säge kennenlernen, Kettensperre, Starten, usw.)
      - Pflege und Wartung der Säge sind auch essentielle Grundlagen
      - PSA
      - dann mal einfache Schnittübungen a la Entasten
      (keine Ahnung wie einfach es bei euch im Stadtgebiet ist an Bäume zu kommen, sonst seid ihr gerne mal in unser waldreiches Mühlviertel eingeladen ;) )
      - was sicher auch beübt gehört ist arbeiten von der Leiter, mit Sitzgurt, etc.
      - als "Meisterprüfung" dann das Schneiden von verspannten Bäumen.

      Ich würde erst nach all diesen Punkten, und wenn der Umgang wirklich sicher ist, die jungen Feuerwehrkameraden (die bis dato nie damit zu tun hatten) im Einsatz mit der Säge schneiden lassen. Denn im Einsatz kommen andere Faktoren wie Nervosität (vor allem wenn die viele auf die Finger schaun, usw.) auch noch dazu, und da soll man 100% wissen was man tut.

      Und nun noch zu ein paar deiner Fragen:

      - in den landw. Fachschulen arbeitet man ab 16 damit.
      - Unfälle gab es bei uns in der Feuerwehr noch nie
      - Verwendent werden ausschließlich Husquarna Geräte (also Profi-Ware)
      ist natürlich nur meine persönliche Meinung


      Meine Feuerwehr im sozialen Netzwerk

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von matschy ()

    • RE: Jugendliche an der Motorsäge?

      Original von altes strahlrohr
      Ab wann dürfen Feuerwehrmitglieder bei Euch mit der Motorsäge arbeiten?

      Es gibt bei uns keine Alterbegrenzung, da es sicherlich einige Junge gibt, die weit aus besser mit einer Motorsäge umgehen als Ältere.

      Original von altes strahlrohr
      Darf jeder Arbeiten?

      Der der es sich zutraut. Und da darf man ruhig auch etwas an den Hausverstand appellieren.
      Ich selbst komme nur auf einige (ganz) wenige Stunden mit dem Gerät (und das auch nur in Übungen). Werde also wenn möglich immer dieses Gerät meiden.

      Original von altes strahlrohr
      Beinlinge oder richtige Schnittschutzhose?

      Beinlinge, da man diese einfach über die Einsatzbekleidung ziehen kann.

      Original von altes strahlrohr
      Wie lange dauert die Ausbildung bei Euch?

      Es gibt keine spezielle Schulung, dass man dann damit arbeiten darf.
      Wir bauen aber in den normalen Übungsbetrieb immer wieder mal die Motorsäge ein.

      Original von altes strahlrohr
      Gab es bei Euch schon Unfälle?

      Nicht das ich wüsste.


      Original von altes strahlrohr
      Habt Ihr Erfahrungen mit den Simulatoren? Was kostet das?

      Kosten kann ich dir nicht sagen. Hatten aber erst vor kurzen wieder eine Übung am Simulator mit einem professionellen Ausbilder. Sowas hat echt Sinn.
    • Wir arbeiten bei uns gemäß den UVV Forsten (Link), Ausbildung erfolgt an ermächtigten Stätten gem GUV-I 8624.

      Ausbildungen bei uns erfolgen bis Modul 3. Einzelne Kameraden haben auch noch 4 und 5, weil die das beruflich benötigen.
      Sturmholz arbeiten wir grundsätzlich nicht auf, wirds mehr als 1/2 Bäume wird gesperrt und das ganze den Profis überlassen. Wenn es länge rdauetr, dann dauert es halt.
      Viele Grüße aus .de

      Christian

      Feuerwehr Steinbach
    • Original von flesch
      Wir arbeiten bei uns gemäß den UVV Forsten (Link), Ausbildung erfolgt an ermächtigten Stätten gem GUV-I 8624


      Sorry für den Seitenhieb flesch. Aber gibts bei euch in Deutschland eigentlich irgendwas, was nicht gesetzlich reglementiert wäre? Irgendwie würd mir da die Feuerwehr keinen Spaß mehr machen. ;)
      ist natürlich nur meine persönliche Meinung


      Meine Feuerwehr im sozialen Netzwerk

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von matschy ()

    • Naja, Unfallverhütungsvorschriften findest du für recht vieles, vor allem für die gefährlichen (und für die Versicherer teuren) Arbeiten.
      Von daher ist das gerade für den Fall IMHO nicht wirklich was Schlechtes.
      Das sehen sicherlich einige anders, weil du seit einigen Jahren (sinnvollerweise) Modul 1+2 benötigst, um im Wald tätig sein zu dürfen.
      Ich kann auch nur bei der Kommune Brennholz kaufen, weil ich die entsprechende Ausbildung vorweisen kann, d.h. ich kaufe nur Stammholz und säge und spalte selbst, spart einiges an geld...
      Viele Grüße aus .de

      Christian

      Feuerwehr Steinbach
    • ich würde das arbeiten nicht verbieten. es sind ja eh kameraden dabei die einem auf die finger schauen. wenn sich einer überschätzt und nicht damit umgehen kann wird einer einschreiten.

      eine schulung ist für den privaten bereich auch sinnvoll und wenn das schneiden bei der ff untersagt wird ists noch interessanter und dann kommen -gerade junge- schnell auf die idee und arbeiten aus trotz damit. nur eben ohne ausbildung und bewusstsein für die großen gefahren.

      ausserdem müssten dann sehr viele gefährliche dinge untersagt werden. fast alles an unserer arbeit ist gefährlich. dafür werden wir ja auch ausgebildet :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kirsch ()

    • Wenn ich Kdt. einer FF wäre , würde ich nur Leute arbeiten lassen von denen ich weiss-sie können damit umgehen und auch hier gibt es Unterschiede. Wenn unbedingt wer will gilt-Ausbildung nur durch befugtes Personal (rechtliche Gründe) und mit einem Kurs ohne ständiges Arbeiten und üben ist nix gewonnen.Ich arbeite nicht mit Brennschneider und ungern mit Motorflex nicht mein Fach das sollen die machen die sich auskennen.Ich muss nicht jedes Gerät beherrschen.Beinlinge vers. Schnittschutzhose: Die Latzhose schützt auch den Unterleib-für mich nicht unwichtig.

      LG
      Dschipi
      Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und Sachverhalten ist frei erfunden und als Fiktion anzusehen
    • Welche Latzhose hat auch da nen Schnittschutz?
      Der Schnittschutz geht doch normal bis zum Ende der Beine....

      Vorteil der Schnittschutzhosen: Man kann sie nicht verdrehen. Spielt dann eine Rolle, wenn man PSA beschafft, die nur an der Vorderseite Schnittschutz hat.
      Ist bequemer zu arbeiten, kann aber auch zu Unfällen führen. Habe nen bekannten Forstwirt, der hatte Schnittschutzhosen an, hat sich trotzdem irgendwie hinten in die Wade gesägt, trägt seitdem nur Hosen mit Rundumschutz.
      Dann gingen rein theoretisch auch Beinlinge, ich finde aber die Hosen vernünftiger.
      Viele Grüße aus .de

      Christian

      Feuerwehr Steinbach
    • Original von flesch
      ... Dann gingen rein theoretisch auch Beinlinge, ich finde aber die Hosen vernünftiger.


      Wir haben beides in den Fahrzeugen und die Erfahrung gemacht, dass die Beinlinge einfach besser angenommen werden, weil sie schneller angezogen sind als die Hose.
      So schnell kann man nähmlich gar nicht schauen hat im Einsatz einer die Motorsäge angeworfen (vor allem wenn "eh" nur eine Kleinigkeit zu tun ist) OHNE seine PSA entsprechend aufzurüsten. Zitat: "Mach ich ja zuhause auch nicht." grr...
    • Original von hetzflo
      Wir haben beides in den Fahrzeugen und die Erfahrung gemacht, dass die Beinlinge einfach besser angenommen werden, weil sie schneller angezogen sind als die Hose.
      So schnell kann man nähmlich gar nicht schauen hat im Einsatz einer die Motorsäge angeworfen (vor allem wenn "eh" nur eine Kleinigkeit zu tun ist) OHNE seine PSA entsprechend aufzurüsten. Zitat: "Mach ich ja zuhause auch nicht." grr...


      Auch eine Form der Ausbildung.
      Bei meinen letzten beiden Einsätzen als "Säger" haben wir uns einmal im Fahrzeug umgezogen (absolut grenzwertig, ging hier auch nur, weil das LF nur mit 4 Mann besetzt war - waren anderweitig unterwegs) oder aber, da klar war, dass es mehr als einen Baum gibt, schon im Gerätehaus.
      Wenn ich ganz ehrlich bin, hat bei uns die Beinlinge nie jemand angehabt, die Hose wird immer getragen, sei es in Übung oder Einsatz.
      Kann allerdings auch an den sich veränderten Zeiten und einer anderen (sichereren) Denkweise liegen....
      Viele Grüße aus .de

      Christian

      Feuerwehr Steinbach