"Ablehnung" von TUS Alarmen angedroht

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    • "Ablehnung" von TUS Alarmen angedroht

      n'Abend!

      Auf der Homepage der FF Schladming ist folgender offener Brief des Kommandanten zu finden:

      An Stadtgemeinde Schladming
      z.H. Herrn Bgm. Winter Jürgen
      Coburgstrasse 45
      8970 Schladming

      Schladming, 2013-12-04

      Betrifft: Brandmeldeanlagenalarme in Schladming

      Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Jürgen,

      wie schon öfters besprochen nimmt die Problematik der Brandmeldeanlagenalarme (BMA) in der Gemeinde immer mehr zu und ist seitens der Feuerwehr Schladming bald nicht mehr zu bewältigen.

      In unserem Löschbereich sind zurzeit 20 Anlagen in Betrieb und zwei weitere im Bau, was für die Sicherheit im Ort zu begrüßen, aber für die Feuerwehr bei der Anzahl von Fehlalarmen nicht mehr tragbar ist.

      Vom 1. Jänner bis zum heutigen Tag dieses Schreibens ist die Feuerwehr Schladming zu 50 BMA Alarmen ausgerückt. Wovon kein einziger ein Echtalarm war.

      Die Einsatzbereitschaft meiner Kameraden ist merklich zurückgegangen, die Einsatzfähigkeit ist bald nicht mehr gegeben. Das Ansehen der Feuerwehr Schladming wird stark geschädigt.

      Ich möchte auch darauf hinweisen, dass diese Problematik nicht nur bei der Feuerwehr Schladming gegeben ist, sondern auch bei unseren Nachbarfeuerwehren bzw. im ganzen Bereich Liezen, die Einsatzstatistik zeigt das deutlich.

      Jedoch möchte ich die Betriebe einer solchen BMA Anlage in Schutz nehmen, sie sind auch Opfer einer solchen Anlage, die ihnen von der Behörde vorgeschrieben wird. Sie führen zwar die Wartung bzw. das richtige Bedienen einer solchen Anlage durch, aber in der Praxis hat sich gezeigt, dass die Interventionsschaltung sich absolut nicht bewährt, und es ist kein Stornieren eines BMA Alarmes möglich. Was vor dem Bau der neuen Landesleitzentrale im Bereich Liezen möglich war und für uns als FF und für die Betriebe sehr hilfreich war.

      Gespräche von uns Kommandanten aus dem Bezirk Liezen mit Herrn BFK Gerhard Pötsch und LFK Albert Kern haben zu keinem konstruktiven Ergebnis geführt.

      Es wurde uns bei diesen Gespräch zwar zugesagt, dass jeder Betreiber angeschrieben wird und gewisse Unterlagen für den Betrieb einer solchen BMA Anlage erforderlich und den Bereichsfeuerwehrverband vorzulegen sind. Dies wurde zwar durchgeführt, aber erst nach mehrmaligen Aufforderungen 4 Monate später!

      Hier zeigt sich, dass die heikle Situation von diesen Herren nicht ernst genommen wird. Bereichs- bzw. Landesfeuerwehrverband behandeln dieses Thema nicht im Sinne der Feuerwehr Schladming und der Feuerwehren des Bezirkes und das verursacht zusätzlichen Ärger, es ist augenscheinlich, dass es an Unterstützung mangelt.

      Darum wende ich mich mit diesem Schreiben an dich, sehr geehrter Herr Bürgermeister, als erste Instanz der Feuerwehr, mit der Bitte dieses Problem dringend an zuständiger Stelle anzusprechen damit dieses schnellst möglich gelöst wird, ansonsten ziehen wir in Betracht ab 01.01.2014 bis auf Weiteres zu keinen BMA Alarm mehr auszurücken.

      Hier sei auch noch angemerkt, dass die Feuerwehr Schladming kein Vertragspartner der Betreiber einer BMA ist.

      Mit kameradschaftlichen Grüßen

      HBI ...


      Quelle des Schreibens

      Nun: Geht das überhaupt? Und sind 50 TUS Alarme wirklich so ein Drama auf 365 Tage eines Jahres gerechnet? Wer ist der Vertragspartner der FW bei BM-Anlagen?

      Auf Nö umgelegt wären das etwas mehr als 12.000 Euro an Einnahmen. Gar nicht mal so übel...
    • RE: "Ablehnung" von TUS Alarmen angedroht

      Gute Fragen, Herr Klavierspieler.

      Ich kann nur eins berichten, wenn man konsequent verrechnet, werden diese Täuschungsalarme schnell weniger.
      Ca. 5-10% aller BMA Alarme (ich erinnere mich dunkel an eine Studie der BF Graz, die von 8 % sprach?!) haben auch einen realen Brandhintergrund (wie groß auch immer).

      Aber: Ich kenne das FWG in der Steiermark zu wenig. (gibt eh an Haufn Steirer hier). Geht das überhaupt?
      Die Anschaltung an die Warnzentrale kann ja meines Wissens grundsätzlich verweigert werden. Nur sind im Schnitt 3 Alarme pro Jahr (hochgerechnet) pro Objekt auch nicht so extrem viel, dass das gerechtfertigt wäre.

      Ich erinnere mich an die Anfangszeiten der Brandmeldeanlagen, da sind beim dritten BMA am Wochenende auch deutlich weniger Leute gekommen. Irgendwann war dann am Pager nicht mehr erkennbar um welche Art Alarm es sich gehandelt hat, und es war wieder gut.

      Oder es steckt mehr dahinter. Aber das kann man aus der Entfernung nur schwer beurteilen.
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • Wir sind eigentlich immer sehr kulant gewesen beim Verrechnen von BMA-Einsätzen, sahen uns bei einem Objekt dann aber gezwungen mit der jeweils vollen Verrechnung zu drohen. Siehe da: Die Herstellerfirma wurde beauftragt die BMA zu verbessern und seither gab es m.W. dort keinen einzigen Fehlalarm mehr.

      Verstehe also nicht warum die Anlagenbetreiber in dem Schreiben so in Schutz genommen werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von hetzflo ()

    • kulant sein ist relativ..
      gegenfrage wer ist zu uns feuerwehren kulant.. wir dürfen uns meinst die "... kostenfaktorthematik..." und noch viel mehr anhören..
      stellen wir ein fahrzeug in die werkstatt wird die ersten paar mal auch gratis repariert.. und dann mal mit rechnung gedroht falls wir das fahrzeug doch öfters bringen?!? :D
      ja, kulanz ist relativ und liegt genauso wie im auge des betrachters im jeweiligen ermessen der einzelnen feuerwehren und deren führungskräfte..

      @hetzflo.. ja das mit dem "in schutz nehmen der armen firmen" verstehe ich auch nicht.....
      LG Michael
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      Meine Meinung(en) müssen nicht mit der Meinung meiner Feuerwehr ident sein.
    • Storno des Alarms...

      In einem Betrieb, der in der Nacht Menschenleer ist, gibt es keine Interventionszeit. In einen Hotel oder Jugendgästehaus gibt es ja die angesprochene Möglichkeit zur Zurückhaltung des Alarms. Laut Statistik auf der Homepage werden gerade dort viele BMA verzeichnet.

      Meines wissens werden dadurch viele Fehlalarme storniert.
      Kann man die Interventionszeit nicht verlängern, damit die Mitarbeiter nachsehen können ob es wirklich brennt oder qualmt? Oder ist die Zeitspanne vorgegeben? Wenn ja, wer gibt das vor?
    • RE: Storno des Alarms...

      Thematik INTERVENTIONS(-schaltung,-Zeiten) werden in der TRVB 114 S 9.x ff behandelt

      Intervention verlangt auch Interventionsdienst; siehe TRVB 117 O

      einfach korrigieren falls ich mich irre...
      LG Michael
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    • Zur angesprochenen Intervention:
      BMAs werden ja meist per Bescheid vorgeschrieben (gewerberechtlich od. baurechtlich begründet). In dem Bescheid werden i.d.R. auch festgeschrieben ob und wann eine Interventionsschaltung erlaubt wird und wie lange dann Reaktions- bzw. Erkundungszeit sein müssen.
      Gerade bei Beherbergungsbetrieben ist das Problem eher die Reaktionszeit vor der Erkundungszeit (Stichwort irgendwo im Haus schlafender Nachtportier).

      Bezüglich Erziehung der BMA-Nutzer:
      Wir haben derzeit glaube ich 6 Anlagen. Der letzte wirkliche Fehlarlarm war im Sommer 2011 (!). Seither wurden wir nur vier mal über BMAs alarmiert. Drei mal klare Täuschungsalarme (zwei mal waren Technische Defekte anderer Geräte der Auslöser - durch die BMA wurde also Schaden abgewendet) und einmal wurden wir (zugegeben wenig elegant) per Druckknopfmelder zu einem technischen Einsatz gerufen).
      Also stellen BMA-Einsätze derzeit keine nennenswerte Belastung für uns da.
      Vor wenigen Jahren hatten wir im Jahr oft über zehn glasklare Fehlalarme. Die zuvor kulante Vorgehensweise kam uns bei der Forderung nach Verbesserung der Anlagenverlässlichkeit sicher zugute (hatten ja noch einen "Trumpf" im Ärmel).
    • In einem hat der Kdt. schon recht: Der Bgm als oberster Feuerpolizeipolizist hat da durchaus Pflichten, er kann die Betriebe, die die Anlage bescheidmäßig vorgeschrieben haben und wo es Probleme gibt, schon auf den rechten Weg bringen. Warum er da einen offenen Brief dazu braucht?

      Abgeshen davon: es wird irgendwer hinfahren. Wenn es die zuständige Wehr nicht ist, kommt eine andere. Und die kassieren dann...
      Gezeichnet: der Oberstrahlrohrinspketor (OSRI) s.e.
      staatlich geprüfte Nervensäge für das Feuerwehr- und Zivilschutzwesen und überhaupt für alles!
      Diesen Beitrag ausdrucken und in der Personalakte ablegen. Kopie ergeht an die Rechtsabteilung.
    • Original von altes strahlrohr
      In einem hat der Kdt. schon recht: Der Bgm als oberster Feuerpolizeipolizist hat da durchaus Pflichten, er kann die Betriebe, die die Anlage bescheidmäßig vorgeschrieben haben und wo es Probleme gibt, schon auf den rechten Weg bringen. Warum er da einen offenen Brief dazu braucht?


      ... mhm ... warum wird's der BGM ned machen (wollen)?
      wer weiss, vl. hat er's ja eh schon ("versucht") ...

      Original von altes strahlrohr
      Abgesehen davon: es wird irgendwer hinfahren. Wenn es die zuständige Wehr nicht ist, kommt eine andere. Und die kassieren dann...


      ... hinfahren ... in der "momentan noch gedachten Pflichtbereichsstruktur" fahren mitunter mehr als "nur eine Feuerwehr" zum BMA-Einsatz in (eventuell) vorher definierter Stärke aus ...
      ... verrechnen ...
      LG Michael
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      Meine Meinung(en) müssen nicht mit der Meinung meiner Feuerwehr ident sein.
    • Meine Theorie ist einfach die, dass der KDT sich nicht in der Position fühlt den betroffenen Unternehmen alleine die Stirn zu bieten bzw. die Unternehmen für die Gemeinde einfach zu große Einnahmequellen sind, als dass ein "kleiner" FW-KDT diese anpatzen dürfte.
      Daher ist es schon gut und recht den BGM mit ins Boot zu holen (wenn nicht freiwillig dann eben mit einem offenen Brief dem er nicht viel entgegenzusetzen hat) und so auch die betroffenen Unternehmen auf die Problematik nochmal öffentlich hinzuweisen.
      Als Außenstehendem ist einem aber die Vorgeschichte nicht bekannt und man kann nur mutmaßen.
    • Scheinbar hat sich was getan - zumindest ist dieses ominöse Schreiben nicht mehr online!

      Zum Glück findet man es hier noch als Mahnmal. Falls künftig eine FF ähnliche Sorgen hat.

      Was mir im konkreten Anlassfall jedoch beim durchklicken der HP aufgefallen ist:
      Die FF ist scheinbar nicht mehr zu jedem BMA mit einem Einsatzfahrzeug ausgefahren... Mannschaft war ein paar Minuten "im Einsatz", jedoch ohne zB ein TLF.
      Beispiel 1
      Beispiel 2
      usw.

      Wer hat die BMA rückgestellt?
      So kann man keinen Anlagenbetreiber zur Sorgsamkeit "erziehen".
      Inhalt = EIGENE MEINUNG, danke
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