Fitness

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    • Hallo Forumsmitglieder

      Ich habe den Beitrag über das Abschneiden der Feuerwehrjugend aus Österreich beim CTIF gelesen. Wir machen uns in unserer Jugendfeuerwehr gerade Gedanken darüber, ob und wie wir die Fitness unserer Mitglieder erhöhen können.

      Wir haben einige übergewichtige Kinder oder Kinder zum Hang mit Übergewicht in der JF. Ich bin dagegen, diese Kinder "auszusortieren", es gibt aber andere Meinungen zu diesem Thema.
      Eine Meinung dazu ist gewesen: "Früher gab es viel mehr Wettbewerbe. Wer da nicht mithalten konnte, ist halt wieder gegangen"

      Jetzt meine Frage: Bleiben Jugendliche, die nur Wettkämpfe absolvieren später in der Einsatzabteilung, wenn es dort keine Wettkämpfe mehr gibt? Wenn auch in der Einsatzabteilung Wettkämpfe angeboten werden: Kommen sie zu "normalen" Übungen und sind somit im Einsatzdienst einsetzbar?

      Wie handhabt ihr das mit dem Sport bzw. der Fitness in der Feuerwehrjugend?
      Wer nie vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke.
    • Da wir auch bei uns in der Jugendgruppe seit 4-5 Jahren "intensivere" Bewerbsvorbereitung betreiben kann ich von der Situation in meiner FF schreiben:

      Zur Zeit hat die Jugendgruppe 25 Mitglieder (Durchschnittsalter 11,5 J.) ->diese sind nach Leistungsfähigkeit und Motivation in zwei Gruppen eingeteilt. So wird niemand unter- bzw. überfordert.
      Bis Herbst 2010 hatten wir immer zwischen 10 und 12 und viele haben im 1. Jahr wieder aufgehört, weil sie körperlich überfordert waren und der Leistungsdruck sehr hoch war.

      Von den 18 Neuzugängen vom Herbst 2010 sind noch alle mit Begeisterung dabei!

      Das Übungs-/Traingspensum ist über das Jahr verteilt verschieden:

      März- Anfang Juli: 2 Mal 2h wöchentlich (bei Bedarf 3 Mal)
      bis Mitte August: Pause
      Mitte August bis Februar: 1 Mal 2h wöchentlich (zusätzlich 1 "offenes" Training pro Woche)

      Zusätzlich übers Jahr verteilt 3 "Aktionstage (nach unten scrollen)" - ein Samstag von 8-18 Uhr bei der Feuerwehr.

      Die Beteiligung bei all diesen Aktivitäten lag im letzten Jahr bei 85,4%.


      Die Erfahrungen aus den letzten 5 Jahren sind durchwegs sehr positiv:

      -> alle, die das 1. Jahr in der Jugendgruppe "überstanden" haben sind auch jetzt noch bei der aktiven Mannschaft oder Jugendgruppe dabei
      -> alle, die in den letzten 5 Jahren aus der Jugendgruppe überstellt worden sind, beteiligen sich an der Bewerbsgruppe UND dem normalen Einsatz-/Übungsdienst

      Es sei aber gesagt, dass es für die Betreuer teilweise harte Arbeit bedeutet einen solchen "Haufen" unter Kontrolle zu halten.
      Mein Beitrag = Meine Meinung


      www.ff-badmuehllacken.at

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sechterberg ()

    • sechterberg!
      Von wem ist der hohe "Leistungsdruck" ausgegangen und warum?
      Dieses Trainingsprogramm würde viele "normale " Feuerwehrleute abschrecken.
      Auch wenn ihr Spitzenleistungen einfahrts, habe ich den Verdacht , dass derartige Leistungen nicht nur über Motivation möglich sind. Kinder mit einem Durchschnittsalter von 11,5 sind sehr leicht zu motivieren , aber auch sehr leicht zu manipulieren.Dies schreibe ich ohne bösen Hintergedanken , aber auf deine fundierte Antwort bin ich jetzt schon gespannt.

      in diesem Sinne
      dschipi
      Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und Sachverhalten ist frei erfunden und als Fiktion anzusehen
    • Ich kann jetzt nicht sagen, was die Jugend aktuell motiviert und was nicht.

      Aber ich kann von meinen Beweggründen sprechen: ich bin zur Feuerwehr gegangen, weil ich von der Feuerwehr fasziniert war, von der Technik, der Gefahr, der Kameradschaft, dem Gefühl etwas Gutes und Sinnvolles zu tun.

      Ich bin NICHT zur Feuerwehr gegangen, weil mir die Bewerbe so gefallen haben und ganz ehrlich... ich habe sie gehasst !
      Stundenlang monoton das gleiche machen, nur damit man vielleicht noch ein Zehntel schneller ist, als die Nachbarwehr. Viel Druck wofür ?
      Wenns abwechslungsreich gewesen wäre.. ok. Aber immer das gleiche...
      Ich wollte lieber andere Sachen mit der Gruppe machen.

      Jugendliche in dem Alter sind sehr aktiv (egal ob pummelig oder nicht) und man kann sie sehr leicht für alle möglichen Aktivitäten gewinnen.
      Ausflüge, Wandern, Radtouren, Schwimmbad, Zelten, Lagerfeuer,...
      Klar machen das alle Wehren eh. Aber viele oft nur als "Belohnung" für eine gute Bewerbssaison. Dabei sollte sowas eher die Regel sein und das theroretische Lernen für den Wissenstest ergänzen.

      In einem Sportverein steht es natürlich ganz oben, dass man der Beste in seinem Fach ist.
      Aber die die zur Feuerwehr gehen, haben vielleicht nicht unbedingt den Drang, einen Pseudolöschangriff in 30 Sekunden zu schaffen. Klar, wenn sie es wollen, können sie es machen. Aber so wie es vielfach Pflicht ist, halte ich das für verkehrt.
      Nur als Ergänzung:
      ich habe auch den Aktivbewerb immer abgelehnt und habe es nur gemacht, weil ich eben die Abzeichen brauchte, um dann persönlich mit dem goldenen weiter zu machen.
      Mit Feuerwehr hat das in meinen Augen nichts zu tun.

      Ok, genug abgeschweift,... zurück zum Thema
      Meine Meinung = MEINE Meinung
    • Original von undee
      In einem Sportverein steht es natürlich ganz oben, dass man der Beste in seinem Fach ist.
      Aber die die zur Feuerwehr gehen, haben vielleicht nicht unbedingt den Drang, einen Pseudolöschangriff in 30 Sekunden zu schaffen. Klar, wenn sie es wollen, können sie es machen. Aber so wie es vielfach Pflicht ist, halte ich das für verkehrt.


      Als Ergänzung:
      Und darum wird dort (sowie ähnlich auch "bei da Musi") Training 2 mal die Woche 2 Stunden als normal angesehen.
      Mach das mal bei der Feuerwehr...
      der aus Bad Hall
      ff-badhall.at
      Wer nicht fragt und diskutiert, wird nie klüger werden.
    • Original von dschipi
      sechterberg!
      Von wem ist der hohe "Leistungsdruck" ausgegangen und warum?
      Dieses Trainingsprogramm würde viele "normale " Feuerwehrleute abschrecken.
      Auch wenn ihr Spitzenleistungen einfahrts, habe ich den Verdacht , dass derartige Leistungen nicht nur über Motivation möglich sind. Kinder mit einem Durchschnittsalter von 11,5 sind sehr leicht zu motivieren , aber auch sehr leicht zu manipulieren.Dies schreibe ich ohne bösen Hintergedanken , aber auf deine fundierte Antwort bin ich jetzt schon gespannt.

      in diesem Sinne
      dschipi


      Zu "meiner Zeit" in der Jugendgruppe (2003-2008) war es so, dass wir von April-Juni 2x2 Stunden JFLA-Training hatten.
      Zusätzlich Wissenstest im Herbst, 1x im Monat eine "echte Feuerwehrübung" und halt Jugendlager etc...
      Wir hatten immer Mordsspaß und viele waren immer schon eine halbe Stunde vorher da.
      Die "wir" von damals sind jetzt die sieben Betreuer dieser Gruppe.

      Anscheinend haben wir es geschafft unsere Begeisterung an die jetzigen Mitglieder weiterzugeben. Denn auch jetzt kommen viele schon 15 Minuten vorher und gehen auch schon mal alleine trainiern'
      Die 2x2 Stunden in "der Saison" haben wir beibehalten und die zusätzlichen Termine im Herbst sind im Dialog mit der Gruppe entstanden: d.h. Ich habe einen Fragebogen zusammengestellt :

      Was hat euch 2011 in der Jugendgruppe gfallen?
      Was hat euch 2011 in der Jugendgruppe nicht gefallen?
      Wie oft sollten deiner Meinung nach trainieren (im Frühling/Sommer und Herbst/Winter)?
      Was möchstest du mit der Gruppe bei Bewerben im Jahr 2012 erreichen?
      In welcher Gruppe möchtest du sein?
      Wie lange sollte die Sommerpause dauern?
      Was ich sonst noch den Betreuern sagen möchte:

      An den Ergebnissen orientieren wir dann die Planung für das jeweils nächste Jahr.

      Es ist dann so, dass eine Aufteilung in Gr. 1 und 2 erfolgt, die im Trainingsbetrieb gilt.

      Die in der 1er sind dann die "Sportler", die sehr ehrgeizig ihre Ziele verfolgen. Meine bzw unsere Aufgabe sehe ich darin, ihnen das nötige Werkzeug zu geben, dass sie ihre Sache so gut wie möglich machen können.
      ...ad Motivation: Ich glaube ohne dass es den Kindern und Jugendlichen Spaß macht kann man gar keine Spitzenleistungen bringen. Und es macht auch uns Betreuern unheimlichen Spaß (sonst würde sich wohl kaum einer bis 10,...15 Stunden/Woche damit beschäftigen) mit den Kids zu werken.

      Die 2er Leute haben ihren Spaß dann eben etwas gemütlicher!

      ...Soweit zum sportilchen Teil!

      Wie auf unserer Jugend-HP ersichtlich wird unser "Bewerbsprogramm" selbstverständlich durch Aquapulco, Klettergarten, etc aufgelockert UND ich traue mich zu behaupten, dass sie sich FW-Technisch im besseren Drittel aller JFM bewegen. (Wissenstest, 3x Aktionstag, wasserführende Amaturen im Sommer,...)

      Vorm Bundesbewerb haben uns die Jungs und Mädels zwei T-Shirts geschenkt und dabei ein paar Zeilen gesagt (ich zitier jetzt ein paar, die ich noch in Errinerung hab):

      ...Wir möchten uns bei euch bedanken weil..
      - wir durch eure Trainingsmethoden schnell sein können
      - ihr euch immer tolle Programme für die Aktionstage ausdenkt
      - wir bei der FW immer Spaß haben
      - ihr euch oft Zeit für uns nehmt
      - ihr nicht nur unsere Betreuer sondern auch unsere Freunde seit

      PS: jeder von den ~30 Leuten in der Jugendgruppe ist sich dessen bewusst, dass das JFLA nichts mit "der Feuerwehr" zu tun hat. Deswegen auch die Unterscheidung Übung <-> Training ;)
      Mein Beitrag = Meine Meinung


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    • Ich frag' mich bei solchen Bewerben immer, ob die Motivation und Ausdauer der Jugendlichen dieselbe ist, wie die der Betreuer. Bitte dies als allgemeine Aussage zu betrachten, ist nicht auf eine bestimmte FJ-Gruppe bezogen.

      Auch aus meinem Bezirk gab's mal eine international erfolgreiche FJ-Gruppe, bei der ich mich immer gefragt hab', ob der "Wille zum Erfolg" nur ganz allein von den Jugendlichen kommt. Andererseits denk' ich mir, ob es für die Kids nicht ansteckend und förderlich ist, Motivation und Teamgeist auf diese Art von einem engagierten Jugendführer (-team, allein geht das eh fast nicht) vorgelebt zu bekommen und ob dieser vorgelebte Ehrgeiz dem Nachwuchs nicht auch für die Zukunft etwas bringt.

      Ich persönlich hab' von Bewerben (Aktive) nie was gehalten und auch nur mitgemacht, damit eine Gruppe zustande kommt - also aus Kameradschaftsgeist. Das stundenlange kuppeln und rennen wegen ein paar Zehnteln und wegen einem depatten Brustumhänger haben mich nie wirklich interessiert. Und trotzdem schau' ich mir die Abzeichen auch heute noch gerne an, wenn ich wüsste, wo sie herumkugeln. Aber nur weil ich's nicht mag, bin ich niemandem den Erfolg neidig - ich seh unter "Feuerwehr" halt was anderes als einen "gegeneinander-Wettkampf": egal ob Jugend oder Aktive.
    • Ich sehe das ähnlich. Meist sind es die Betreuer, die sich profilieren wollen, nicht die Jugendlichen.
      Ich habe nie einfach zu Wettbewerben etc. angemeldet sondern vorher mit den Jugendlichen gesprochen.
      Die hatten Ehrgeiz für genau zwei Wettbewerbe, wobei der eine kein richtiger Wettbewerb ist:

      Die Leistungsspange will jeder haben. Da gehts aber nur drum zu bestehen, für den, der die Bestleistungen erzielt gibts genau das gleiche wie für den, der es mit den Mindestanforderung schafft: Die leistuungsspange und eine Urkunde.

      Der zweite Wettkampf ist der Ortswettkampf, da ist das Vorbereiten aber auch im Rahmen, weil es normale Tätigkeiten sind. Und die, die am meisten Punkte bringen kann man eh nicht üben, weil man nicht weiß, was kommt, sind eh meist Spaßspiele - Fahrradfahren auf Zeit - in 3 min möglichst wenig Strecke zurücklegen ohen die Füße auf den Boden zu stellen... waren bei uns übrigens sagenhafte 4 m...
      Viele Grüße aus .de

      Christian

      Feuerwehr Steinbach
    • in unserer wehr warn 7 Jugendliche kurz vor dem in den aktivstand stellen. die wollten alle die feuerwehr schmeißen, weil es so langeweilig ist und ihnen der standart einfach nur am säckl gegangen ist. da wurde ich gefragt, ob ich nicht die gruppe übernehmen könnte und das mädl und die jungs ein wenig fordern könnte...
      ich kann nur eines sagen - je extremer, um so besser hat es ihnen gefallen! angefangen von theori (schaumberechnungen - einsatztaktik - gesetze und vorschriften - einsatz vor- und nachbereitung) bis praxis (abseiltechnik, dl-einsatz, strahlrohrtraining, löschhilfeschulung, leitungen legen und ordnung des raumes schaffen...) war da alles enthalten. natürlich gab es während den übungen strikte strukturen einzuhalten und größter wert wurde auf die kameradschaftlichkeit gehalten. alle wurden in den aktivstand gestellt und sind noch heute hochmotiviert. die haben damals teilweise mehr theoretisches wissen wie ihr kommandant und man erkennt noch heute, wenn einer von ihnen schläuche ausrollt. heute sind noch 4 in dieser einheit und einer ist bei einer anderen wehr. einer hat die feuerwehr wegen gesundheitlicher probleme gelassen - also hat einer von sieben die feuerwehr auf den nagel gehangen - ist also ein guter schnitt!
      man kann diese gruppe aber sicher nicht als standart bezeichnen - aber eines war klar - da waren damals eher die ausbilder überlastet als die jungen...